Fragenkatalog Pflegegrad: Diese Fragen stellt der Gutachter wirklich


Inhaltsverzeichnis âČ
- Das Wichtigste in KĂŒrze
- So lÀuft die Begutachtung ab
- Modul 1: MobilitÀt
- Modul 2: Kognition
- Modul 3: Verhalten und Psyche
- Modul 4: Selbstversorgung
- Modul 5: Krankheit und Therapie
- Modul 6: Alltagsleben
- 7 Tipps fĂŒr die Begutachtung
- So hilft JUHI nach dem Pflegegrad
- HĂ€ufig gestellte Fragen
- Quellen
Die Begutachtung durch den Medizinischen Dienst entscheidet ĂŒber Ihren Pflegegrad â und damit ĂŒber mehrere hundert Euro monatlich. Doch viele Familien gehen unvorbereitet in den Termin und verschenken Punkte. Der Grund: Sie wissen nicht, welche Fragen kommen.
In diesem Artikel finden Sie den kompletten Fragenkatalog aller 6 Module â die Fragen, die der Gutachter wirklich stellt, mit ErklĂ€rung, worauf es bei jeder Antwort ankommt. Dazu eine druckbare PDF-Checkliste zum Herunterladen, auf der Sie jede Frage abhaken können.
Das Wichtigste in KĂŒrze
- â 6 Module mit insgesamt 52 Einzelfragen â alle hier aufgelistet
- â Modul 4 (Selbstversorgung) wiegt am schwersten mit 40 % â hier fallen die meisten Punkte
- â Bewertung: 0 = selbststĂ€ndig, 1 = ĂŒberwiegend selbststĂ€ndig, 2 = ĂŒberwiegend unselbststĂ€ndig, 3 = unselbststĂ€ndig
- â Vorbereitung entscheidet: Wer den schlechtesten Tag schildert und ein Pflegetagebuch fĂŒhrt, bekommt den fairen Pflegegrad
- â PDF-Checkliste zum Ausdrucken und Vorbereiten â kostenlos, ohne Anmeldung
So lÀuft die Begutachtung ab
Der Gutachter vom Medizinischen Dienst kommt zu Ihnen nach Hause und bleibt etwa 60 bis 90 Minuten. Er prĂŒft die SelbststĂ€ndigkeit in sechs Lebensbereichen, den sogenannten Modulen. Dabei stellt er Fragen, beobachtet und fĂŒhrt kurze Praxistests durch. Am Ende ergibt sich eine Punktzahl â und daraus der Pflegegrad:
| Pflegegrad | Punkte | BeeintrÀchtigung der SelbststÀndigkeit |
|---|---|---|
| Pflegegrad 1 | 12,5 â 26,9 | Geringe |
| Pflegegrad 2 | 27 â 47,4 | Erhebliche |
| Pflegegrad 3 | 47,5 â 69,9 | Schwere |
| Pflegegrad 4 | 70 â 89,9 | Schwerste |
| Pflegegrad 5 | 90 â 100 | Schwerste mit besonderen Anforderungen an die Versorgung |
Jede einzelne Frage wird mit 0 bis 3 Punkten bewertet. Entscheidend ist dabei ein Grundsatz, den viele unterschĂ€tzen: Als Hilfe gilt nicht nur das körperliche Ăbernehmen, sondern ausdrĂŒcklich auch Anleiten, Erinnern und Beaufsichtigen. Wer nur nach dreimaliger Aufforderung duscht, ist in diesem Punkt nicht selbststĂ€ndig. Wie das Gutachten anschlieĂend aufgebaut ist, erklĂ€rt der Artikel Pflegegutachten.
Kostenloser Download
Checkliste zur Pflegebegutachtung
Alle 52 Fragen des Gutachters zum Abhaken â inklusive Bewertungsskala, Notizfeldern und den 7 wichtigsten Tipps fĂŒr den Termin.
PDF · 6 Seiten · A4 zum Ausdrucken · keine Anmeldung nötig
Modul 1: MobilitÀt (10 % Gewichtung)
Der Gutachter prĂŒft, wie selbststĂ€ndig sich die Person bewegen kann. FĂŒnf Kriterien, jedes mit 0 bis 3 Punkten bewertet.
| Nr. | Frage des Gutachters | Was er wirklich wissen will |
|---|---|---|
| 1.1 | âKönnen Sie sich im Bett umdrehen und aufsetzen?" | Positionswechsel: Drehen, Aufsetzen, an den Bettrand gelangen â allein oder nur mit Hilfe? |
| 1.2 | âKönnen Sie aufrecht sitzen, ohne sich festzuhalten?" | Stabile Sitzposition: Kippt die Person zur Seite? Braucht sie StĂŒtze? |
| 1.3 | âKönnen Sie vom Bett in einen Stuhl oder auf die Toilette wechseln?" | Umsetzen: Transfer zwischen Bett, Rollstuhl und Toilette â allein, mit Hilfe oder gar nicht? |
| 1.4 | âKönnen Sie sich in der Wohnung von Raum zu Raum bewegen?" | Fortbewegen: Zu FuĂ, mit Rollator, mit Rollstuhl? Braucht die Person Begleitung? |
| 1.5 | âKönnen Sie eine Treppe steigen?" | Treppensteigen: Allein, am GelĂ€nder, nur mit Hilfe oder gar nicht? |
â ïž HĂ€ufiger Fehler: âIch schaffe das schon"
Viele pflegebedĂŒrftige Menschen spielen ihre EinschrĂ€nkungen herunter â aus Stolz oder Gewohnheit. Sagen Sie nicht: âIch komme schon zurecht." Sagen Sie: âIch brauche Hilfe beim Aufstehen, und wenn niemand da ist, bleibe ich im Bett." Der Gutachter kann nur bewerten, was er hört und sieht.
Modul 2: Kognitive und kommunikative FĂ€higkeiten (15 %)
Von Modul 2 und Modul 3 flieĂt nur der jeweils höhere Wert ins Gesamtergebnis ein â gewertet wird also das Modul, in dem die stĂ€rkeren EinschrĂ€nkungen bestehen.
| Nr. | Frage des Gutachters | Was er wirklich wissen will |
|---|---|---|
| 2.1 | âErkennen Sie Ihre Familienangehörigen?" | Personen erkennen: WeiĂ die Person, wer vor ihr steht? |
| 2.2 | âWissen Sie, wo Sie sich gerade befinden?" | Ărtliche Orientierung: Eigene Wohnung? Stadt? Stockwerk? |
| 2.3 | âWelcher Tag ist heute? Welcher Monat?" | Zeitliche Orientierung: Tageszeit, Wochentag, Monat, Jahr |
| 2.4 | âWas haben Sie heute Morgen gefrĂŒhstĂŒckt?" | Erinnern an wesentliche Ereignisse: KurzzeitgedĂ€chtnis |
| 2.5 | âKönnen Sie mir erklĂ€ren, wie Sie sich Kaffee machen?" | Steuern von Alltagshandlungen: Mehrstufige AblĂ€ufe planen |
| 2.6 | âWas wĂŒrden Sie anziehen, wenn es drauĂen regnet?" | Treffen von Entscheidungen im Alltag |
| 2.7 | âHaben Sie verstanden, warum ich heute hier bin?" | Verstehen von Sachverhalten: Kann die Person Informationen aufnehmen? |
| 2.8 | âWas tun Sie, wenn es unerwartet an der TĂŒr klingelt?" | Erkennen von Risiken und Gefahren: Herd, Verkehr, Fremde |
| 2.9 | âKönnen Sie mir sagen, wenn Sie Schmerzen haben?" | Mitteilen elementarer BedĂŒrfnisse: Hunger, Durst, Schmerz |
| 2.10 | âKönnen Sie mir von Ihrem letzten Geburtstag erzĂ€hlen?" | Beteiligen an einem GesprĂ€ch: Dialog fĂŒhren, auf Fragen antworten |
Modul 3: Verhaltensweisen und psychische Problemlagen (15 %)
Diese Fragen richtet der Gutachter meist an die Angehörigen, nicht an die betroffene Person selbst. Entscheidend ist immer die HÀufigkeit: nie, selten, mehrmals wöchentlich oder tÀglich.
| Nr. | Frage an die Angehörigen | Beispiele |
|---|---|---|
| 3.1 | âZeigt Ihr Angehöriger motorische Unruhe?" | Zielloses Umherlaufen, Nesteln, Zupfen an der Kleidung |
| 3.2 | âGibt es nĂ€chtliche Unruhe?" | Nachts aufstehen, Umherirren, Rufen, Licht anmachen |
| 3.3 | âGibt es selbstschĂ€digendes Verhalten?" | Kratzen bis es blutet, Essen verweigern, Medikamente ablehnen |
| 3.4 | âWerden GegenstĂ€nde beschĂ€digt?" | ZerreiĂen, Werfen, Zerstören von Dingen |
| 3.5 | âGibt es körperliche Aggression?" | Schlagen, Treten, BeiĂen gegenĂŒber Pflegenden |
| 3.6 | âGibt es verbale Aggression?" | Schreien, Beschimpfen, Drohen |
| 3.7 | âWerden PflegemaĂnahmen abgelehnt?" | Waschen verweigern, Medikamente ausspucken, Versorgung ablehnen |
| 3.8 | âGibt es Wahnvorstellungen oder Halluzinationen?" | Stimmen hören, Personen sehen, Verfolgungsideen |
| 3.9 | âGibt es ausgeprĂ€gte Ăngste?" | Angst vor dem Alleinsein, vor StĂŒrzen, vor Dunkelheit |
| 3.10 | âGibt es Antriebslosigkeit oder depressive Stimmung?" | RĂŒckzug, Apathie, Hoffnungslosigkeit, hĂ€ufiges Weinen |
| 3.11 | âGibt es sozial unangemessenes Verhalten?" | Distanzlosigkeit, Entkleiden in Gesellschaft, unangemessene ĂuĂerungen |
đĄ NĂ€chtliche Unruhe wird am hĂ€ufigsten vergessen
Wenn die pflegebedĂŒrftige Person zwei- bis dreimal pro Woche nachts aufwacht und Hilfe braucht, bringt das erhebliche Punkte in Modul 3. Viele Angehörige erwĂ€hnen es nicht, weil es fĂŒr sie lĂ€ngst ânormal" geworden ist.
Pflegegrad vorhanden?
Dann stehen Ihnen bis zu 13 Std. monatliche Hilfe zu!
Hier geht es zum RechnerModul 4: Selbstversorgung (40 %) â das wichtigste Modul
Hier fallen die meisten Punkte. Nehmen Sie sich fĂŒr diesen Bereich beim Termin am meisten Zeit.
| Nr. | Frage des Gutachters | Worauf es ankommt |
|---|---|---|
| KĂRPERPFLEGE | ||
| 4.1 | âKönnen Sie sich den Oberkörper allein waschen?" | Gesicht, Hals, Arme, Achseln, Brust |
| 4.2 | âKönnen Sie sich kĂ€mmen und rasieren?" | Auch Haare waschen, Frisur richten, Bart rasieren |
| 4.3 | âKönnen Sie Ihre ZĂ€hne allein putzen?" | Mundpflege: ZĂ€hne, Zahnprothese, MundspĂŒlung |
| 4.4 | âKönnen Sie sich allein duschen oder baden?" | Ganzkörperpflege inklusive Abtrocknen |
| 4.5 | âKönnen Sie den Intimbereich allein waschen?" | Intimpflege: unangenehm, aber entscheidend â ehrlich antworten |
| AN- UND AUSKLEIDEN | ||
| 4.6 | âKönnen Sie sich den Oberkörper allein anziehen?" | Hemd, Pullover, BH â auch Knöpfe und ReiĂverschlĂŒsse |
| 4.7 | âKönnen Sie sich den Unterkörper allein anziehen?" | Hose, Socken, Schuhe, KompressionsstrĂŒmpfe |
| ERNĂHRUNG | ||
| 4.8 | âKönnen Sie Ihr Essen mundgerecht zubereiten?" | Brot schmieren, Fleisch schneiden, Obst schĂ€len â nicht Kochen |
| 4.9 | âKönnen Sie allein essen?" | Besteck nutzen, zum Mund fĂŒhren, kauen und schlucken |
| 4.10 | âKönnen Sie allein trinken?" | Glas halten, zum Mund fĂŒhren, ausreichend trinken |
| AUSSCHEIDUNG | ||
| 4.11 | âKönnen Sie die Toilette allein benutzen?" | Hinsetzen, Aufstehen, Kleidung richten, Reinigung |
| 4.12 | âGibt es Probleme mit der Harnkontinenz?" | HĂ€ufigkeit, Art der Inkontinenz, verwendete Hilfsmittel |
| 4.13 | âGibt es Probleme mit der Stuhlkontinenz?" | HĂ€ufigkeit, Versorgung mit Einlagen oder Stoma |
â ïž Inkontinenz nicht verschweigen
Dieses Thema wird aus Scham am hĂ€ufigsten verharmlost. Dabei bringt die Versorgung erhebliche Punkte in Modul 4. Wenn regelmĂ€Ăig Einlagen gewechselt oder Kleidung gereinigt werden muss, gehört das in die Begutachtung.
Modul 5: BewÀltigung krankheitsbedingter Anforderungen (20 %)
Hier zĂ€hlt vor allem die HĂ€ufigkeit der MaĂnahmen â je öfter etwas anfĂ€llt, desto mehr Punkte ergeben sich.
| Nr. | Frage des Gutachters | Worauf es ankommt |
|---|---|---|
| 5.1 | âWelche Medikamente nehmen Sie und wie oft?" | Richten, Einteilen, Einnehmen â Tabletten, Tropfen, Insulin, Spritzen |
| 5.2 | âGibt es regelmĂ€Ăige Verbandswechsel?" | Wundversorgung, Dekubituspflege, KompressionsverbĂ€nde |
| 5.3 | âWie oft gehen Sie zum Arzt?" | Arztbesuche, Begleitung nötig? Wie viele FachĂ€rzte? |
| 5.4 | âGibt es Therapien zu Hause?" | Physiotherapie, Ergotherapie, LogopĂ€die â wie oft pro Woche? |
| 5.5 | âWerden KompressionsstrĂŒmpfe an- und ausgezogen?" | Wird oft vergessen â zweimal tĂ€glich ergibt erhebliche Punkte |
| 5.6 | âGibt es besondere ErnĂ€hrungsanforderungen?" | DiĂ€t bei Diabetes, FlĂŒssigkeitskontrolle, Sondenkost |
| 5.7 | âWerden Blutzucker oder Blutdruck kontrolliert?" | Selbstmessung möglich oder Hilfe nötig? Wie oft? |
Modul 6: Gestaltung des Alltagslebens und sozialer Kontakte (15 %)
| Nr. | Frage des Gutachters | Worauf es ankommt |
|---|---|---|
| 6.1 | âWie sieht ein typischer Tag bei Ihnen aus?" | Gestaltung des Tagesablaufs: Gibt es Struktur oder vergeht der Tag im Sessel? |
| 6.2 | âKönnen Sie selbststĂ€ndig zu Bett gehen und aufstehen?" | Ruhen und Schlafen: Schlaf-Wach-Rhythmus, nĂ€chtliche UnterstĂŒtzung |
| 6.3 | âWie beschĂ€ftigen Sie sich tagsĂŒber?" | Findet die Person selbst BeschĂ€ftigung oder braucht sie Anregung? |
| 6.4 | âKönnen Sie noch selbst planen, etwa einen Arzttermin?" | Zukunftsplanung: Termine, Finanzen, gröĂere Entscheidungen |
| 6.5 | âHaben Sie noch regelmĂ€Ăig Kontakt zu anderen Menschen?" | Interaktion mit Personen im direkten Umfeld |
| 6.6 | âKönnen Sie das Haus verlassen und Freunde besuchen?" | Kontaktpflege auĂerhalb der eigenen Wohnung |
7 Tipps fĂŒr die Begutachtung
- 1Den schlechtesten Tag schildern. Nicht den Tag, an dem es zufĂ€llig gut lĂ€uft. Der Gutachter sieht einen Moment â Sie leben den Alltag.
- 2Pflegetagebuch fĂŒhren. Zwei bis vier Wochen dokumentieren, was allein gelingt und wo Hilfe nötig ist. Die Checkliste zum Herunterladen hilft dabei.
- 3Eine Vertrauensperson sollte dabei sein. Angehörige kennen den Alltag oft besser als die betroffene Person selbst â und korrigieren Verharmlosungen.
- 4Unterlagen bereitlegen. Arztberichte, Medikamentenplan, Entlassungsbriefe, Therapieberichte â alles, was den Pflegebedarf belegt.
- 5Nicht aufrÀumen. Ein gemachtes Bett und ein blitzblankes Bad signalisieren eine SelbststÀndigkeit, die vielleicht gar nicht besteht.
- 6NÀchte und Psyche ansprechen. Schlafstörungen, nÀchtliche Unruhe und depressive Verstimmung werden am hÀufigsten vergessen.
- 7Bei zu niedrigem Ergebnis: Widerspruch. Einen Monat Zeit ab Zugang des Bescheids. Gutachten anfordern und Modul fĂŒr Modul mit dem tatsĂ€chlichen Alltag vergleichen.
đĄ Vorab einschĂ€tzen
Mit dem Pflegegradrechner können Sie vorab einschÀtzen, welcher Pflegegrad wahrscheinlich ist. Wer Hilfe beim Antrag braucht, findet bei Afilio eine kostenlose Anleitung.
So hilft JUHI nach dem Pflegegrad
Sobald der Pflegegrad steht, können Sie sofort professionelle Hilfe im Alltag und Haushalt in Anspruch nehmen. JUHI ist seit ĂŒber 8 Jahren von allen Pflegekassen anerkannt â bundesweit in ĂŒber 30 StĂ€dten, darunter Berlin, Köln, Augsburg und Leipzig.
Bei Pflegegrad 1 sind das mindestens 4 Stunden pro Monat, ab Pflegegrad 2 bis zu 13 volle Stunden â Fenster putzen, Saugen, Einkaufen, Gardinen aufhĂ€ngen, leichte Gartenarbeiten, Begleitung und Gesellschaft. Unser Stundensatz betrĂ€gt 32,75 âŹ* inkl. sĂ€mtlicher Kosten. Bei gesetzlicher Versicherung entstehen Ihnen keine Eigenkosten, und Ihr Pflegegeld bleibt vollstĂ€ndig erhalten. JUHI hilft allen Menschen mit Pflegegrad â unabhĂ€ngig vom Alter.
Eine kurze Anfrage genĂŒgt, und wir klĂ€ren telefonisch, welche Stunden Ihnen ĂŒber die Pflegekasse zustehen. Ihren genauen Stundenanspruch können Sie vorab im JUHI-Rechner berechnen.
HĂ€ufig gestellte Fragen
Wie lange dauert die Begutachtung?+
In der Regel 60 bis 90 Minuten. Der Gutachter geht alle sechs Module durch, stellt Fragen, beobachtet und fĂŒhrt kurze Tests durch. Nehmen Sie sich genug Zeit und lassen Sie sich nicht hetzen.
Welches Modul ist am wichtigsten?+
Modul 4, die Selbstversorgung, mit 40 % Gewichtung. Alles rund um Waschen, Anziehen, Essen und Toilette zĂ€hlt am meisten. Danach folgt Modul 5 mit 20 % â Medikamente, Therapien und Arztbesuche.
Muss ich die Fragen auswendig kennen?+
Nein, der Gutachter fĂŒhrt das GesprĂ€ch. Aber wenn Sie die Fragen kennen, können Sie sich gezielt vorbereiten und vergessen nichts. Am einfachsten geht das mit der PDF-Checkliste zum Ausdrucken.
Was passiert, wenn der Pflegegrad abgelehnt wird?+
Legen Sie Widerspruch ein â innerhalb eines Monats ab Zugang des Bescheids, schriftlich an die Pflegekasse. Fordern Sie das Gutachten an und vergleichen Sie es Modul fĂŒr Modul mit dem tatsĂ€chlichen Alltag. Ein erheblicher Teil aller WidersprĂŒche fĂŒhrt zu einer Korrektur.
Darf der Gutachter in mein Schlafzimmer?+
Der Gutachter hat kein Durchsuchungsrecht. Er darf sich die Wohnsituation aber anschauen â Badezimmer, Hilfsmittel, Treppen. Das hilft bei der EinschĂ€tzung, und in der Regel ist es sinnvoll, ihn schauen zu lassen. RĂ€ume ausschlieĂen dĂŒrfen Sie jederzeit.
Kann ich die Begutachtung verschieben?+
Ja. Wenn der angekĂŒndigte Termin ungĂŒnstig liegt, etwa weil keine Vertrauensperson anwesend sein kann, rufen Sie beim Medizinischen Dienst an und vereinbaren einen neuen. Das ist Ihr gutes Recht und verzögert das Verfahren nur wenig.
Quellen
- § 15 SGB XI â Ermittlung des Grades der PflegebedĂŒrftigkeit
- § 14 SGB XI â Begriff der PflegebedĂŒrftigkeit
- § 18 SGB XI â Verfahren zur Feststellung der PflegebedĂŒrftigkeit
- Medizinischer Dienst â Pflegebegutachtung
- Medizinischer Dienst â Begutachtungs-Richtlinien (BRi)
- Bundesministerium fĂŒr Gesundheit â PflegebedĂŒrftigkeit
- GKV-Spitzenverband â Pflegeleistungen
- Verbraucherzentrale â Pflege zu Hause: Leistungen im Ăberblick
*In bestimmten BundeslÀndern ist der Preis etwas niedriger.
Die Begutachtung durch den Medizinischen Dienst entscheidet ĂŒber Ihren Pflegegrad â und damit ĂŒber mehrere hundert Euro monatlich. Doch viele Familien gehen unvorbereitet in den Termin und verschenken Punkte. Der Grund: Sie wissen nicht, welche Fragen kommen.
In diesem Artikel finden Sie den kompletten Fragenkatalog aller 6 Module â die Fragen, die der Gutachter wirklich stellt, mit ErklĂ€rung, worauf es bei jeder Antwort ankommt. Dazu eine druckbare PDF-Checkliste zum Herunterladen, auf der Sie jede Frage abhaken können.
Das Wichtigste in KĂŒrze
- â 6 Module mit insgesamt 52 Einzelfragen â alle hier aufgelistet
- â Modul 4 (Selbstversorgung) wiegt am schwersten mit 40 % â hier fallen die meisten Punkte
- â Bewertung: 0 = selbststĂ€ndig, 1 = ĂŒberwiegend selbststĂ€ndig, 2 = ĂŒberwiegend unselbststĂ€ndig, 3 = unselbststĂ€ndig
- â Vorbereitung entscheidet: Wer den schlechtesten Tag schildert und ein Pflegetagebuch fĂŒhrt, bekommt den fairen Pflegegrad
- â PDF-Checkliste zum Ausdrucken und Vorbereiten â kostenlos, ohne Anmeldung
So lÀuft die Begutachtung ab
Der Gutachter vom Medizinischen Dienst kommt zu Ihnen nach Hause und bleibt etwa 60 bis 90 Minuten. Er prĂŒft die SelbststĂ€ndigkeit in sechs Lebensbereichen, den sogenannten Modulen. Dabei stellt er Fragen, beobachtet und fĂŒhrt kurze Praxistests durch. Am Ende ergibt sich eine Punktzahl â und daraus der Pflegegrad:
| Pflegegrad | Punkte | BeeintrÀchtigung der SelbststÀndigkeit |
|---|---|---|
| Pflegegrad 1 | 12,5 â 26,9 | Geringe |
| Pflegegrad 2 | 27 â 47,4 | Erhebliche |
| Pflegegrad 3 | 47,5 â 69,9 | Schwere |
| Pflegegrad 4 | 70 â 89,9 | Schwerste |
| Pflegegrad 5 | 90 â 100 | Schwerste mit besonderen Anforderungen an die Versorgung |
Jede einzelne Frage wird mit 0 bis 3 Punkten bewertet. Entscheidend ist dabei ein Grundsatz, den viele unterschĂ€tzen: Als Hilfe gilt nicht nur das körperliche Ăbernehmen, sondern ausdrĂŒcklich auch Anleiten, Erinnern und Beaufsichtigen. Wer nur nach dreimaliger Aufforderung duscht, ist in diesem Punkt nicht selbststĂ€ndig. Wie das Gutachten anschlieĂend aufgebaut ist, erklĂ€rt der Artikel Pflegegutachten.
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Checkliste zur Pflegebegutachtung
Alle 52 Fragen des Gutachters zum Abhaken â inklusive Bewertungsskala, Notizfeldern und den 7 wichtigsten Tipps fĂŒr den Termin.
PDF · 6 Seiten · A4 zum Ausdrucken · keine Anmeldung nötig
Modul 1: MobilitÀt (10 % Gewichtung)
Der Gutachter prĂŒft, wie selbststĂ€ndig sich die Person bewegen kann. FĂŒnf Kriterien, jedes mit 0 bis 3 Punkten bewertet.
| Nr. | Frage des Gutachters | Was er wirklich wissen will |
|---|---|---|
| 1.1 | âKönnen Sie sich im Bett umdrehen und aufsetzen?" | Positionswechsel: Drehen, Aufsetzen, an den Bettrand gelangen â allein oder nur mit Hilfe? |
| 1.2 | âKönnen Sie aufrecht sitzen, ohne sich festzuhalten?" | Stabile Sitzposition: Kippt die Person zur Seite? Braucht sie StĂŒtze? |
| 1.3 | âKönnen Sie vom Bett in einen Stuhl oder auf die Toilette wechseln?" | Umsetzen: Transfer zwischen Bett, Rollstuhl und Toilette â allein, mit Hilfe oder gar nicht? |
| 1.4 | âKönnen Sie sich in der Wohnung von Raum zu Raum bewegen?" | Fortbewegen: Zu FuĂ, mit Rollator, mit Rollstuhl? Braucht die Person Begleitung? |
| 1.5 | âKönnen Sie eine Treppe steigen?" | Treppensteigen: Allein, am GelĂ€nder, nur mit Hilfe oder gar nicht? |
â ïž HĂ€ufiger Fehler: âIch schaffe das schon"
Viele pflegebedĂŒrftige Menschen spielen ihre EinschrĂ€nkungen herunter â aus Stolz oder Gewohnheit. Sagen Sie nicht: âIch komme schon zurecht." Sagen Sie: âIch brauche Hilfe beim Aufstehen, und wenn niemand da ist, bleibe ich im Bett." Der Gutachter kann nur bewerten, was er hört und sieht.
Modul 2: Kognitive und kommunikative FĂ€higkeiten (15 %)
Von Modul 2 und Modul 3 flieĂt nur der jeweils höhere Wert ins Gesamtergebnis ein â gewertet wird also das Modul, in dem die stĂ€rkeren EinschrĂ€nkungen bestehen.
| Nr. | Frage des Gutachters | Was er wirklich wissen will |
|---|---|---|
| 2.1 | âErkennen Sie Ihre Familienangehörigen?" | Personen erkennen: WeiĂ die Person, wer vor ihr steht? |
| 2.2 | âWissen Sie, wo Sie sich gerade befinden?" | Ărtliche Orientierung: Eigene Wohnung? Stadt? Stockwerk? |
| 2.3 | âWelcher Tag ist heute? Welcher Monat?" | Zeitliche Orientierung: Tageszeit, Wochentag, Monat, Jahr |
| 2.4 | âWas haben Sie heute Morgen gefrĂŒhstĂŒckt?" | Erinnern an wesentliche Ereignisse: KurzzeitgedĂ€chtnis |
| 2.5 | âKönnen Sie mir erklĂ€ren, wie Sie sich Kaffee machen?" | Steuern von Alltagshandlungen: Mehrstufige AblĂ€ufe planen |
| 2.6 | âWas wĂŒrden Sie anziehen, wenn es drauĂen regnet?" | Treffen von Entscheidungen im Alltag |
| 2.7 | âHaben Sie verstanden, warum ich heute hier bin?" | Verstehen von Sachverhalten: Kann die Person Informationen aufnehmen? |
| 2.8 | âWas tun Sie, wenn es unerwartet an der TĂŒr klingelt?" | Erkennen von Risiken und Gefahren: Herd, Verkehr, Fremde |
| 2.9 | âKönnen Sie mir sagen, wenn Sie Schmerzen haben?" | Mitteilen elementarer BedĂŒrfnisse: Hunger, Durst, Schmerz |
| 2.10 | âKönnen Sie mir von Ihrem letzten Geburtstag erzĂ€hlen?" | Beteiligen an einem GesprĂ€ch: Dialog fĂŒhren, auf Fragen antworten |
Modul 3: Verhaltensweisen und psychische Problemlagen (15 %)
Diese Fragen richtet der Gutachter meist an die Angehörigen, nicht an die betroffene Person selbst. Entscheidend ist immer die HÀufigkeit: nie, selten, mehrmals wöchentlich oder tÀglich.
| Nr. | Frage an die Angehörigen | Beispiele |
|---|---|---|
| 3.1 | âZeigt Ihr Angehöriger motorische Unruhe?" | Zielloses Umherlaufen, Nesteln, Zupfen an der Kleidung |
| 3.2 | âGibt es nĂ€chtliche Unruhe?" | Nachts aufstehen, Umherirren, Rufen, Licht anmachen |
| 3.3 | âGibt es selbstschĂ€digendes Verhalten?" | Kratzen bis es blutet, Essen verweigern, Medikamente ablehnen |
| 3.4 | âWerden GegenstĂ€nde beschĂ€digt?" | ZerreiĂen, Werfen, Zerstören von Dingen |
| 3.5 | âGibt es körperliche Aggression?" | Schlagen, Treten, BeiĂen gegenĂŒber Pflegenden |
| 3.6 | âGibt es verbale Aggression?" | Schreien, Beschimpfen, Drohen |
| 3.7 | âWerden PflegemaĂnahmen abgelehnt?" | Waschen verweigern, Medikamente ausspucken, Versorgung ablehnen |
| 3.8 | âGibt es Wahnvorstellungen oder Halluzinationen?" | Stimmen hören, Personen sehen, Verfolgungsideen |
| 3.9 | âGibt es ausgeprĂ€gte Ăngste?" | Angst vor dem Alleinsein, vor StĂŒrzen, vor Dunkelheit |
| 3.10 | âGibt es Antriebslosigkeit oder depressive Stimmung?" | RĂŒckzug, Apathie, Hoffnungslosigkeit, hĂ€ufiges Weinen |
| 3.11 | âGibt es sozial unangemessenes Verhalten?" | Distanzlosigkeit, Entkleiden in Gesellschaft, unangemessene ĂuĂerungen |
đĄ NĂ€chtliche Unruhe wird am hĂ€ufigsten vergessen
Wenn die pflegebedĂŒrftige Person zwei- bis dreimal pro Woche nachts aufwacht und Hilfe braucht, bringt das erhebliche Punkte in Modul 3. Viele Angehörige erwĂ€hnen es nicht, weil es fĂŒr sie lĂ€ngst ânormal" geworden ist.
Pflegegrad vorhanden?
Dann stehen Ihnen bis zu 13 Std. monatliche Hilfe zu!
Hier geht es zum RechnerModul 4: Selbstversorgung (40 %) â das wichtigste Modul
Hier fallen die meisten Punkte. Nehmen Sie sich fĂŒr diesen Bereich beim Termin am meisten Zeit.
| Nr. | Frage des Gutachters | Worauf es ankommt |
|---|---|---|
| KĂRPERPFLEGE | ||
| 4.1 | âKönnen Sie sich den Oberkörper allein waschen?" | Gesicht, Hals, Arme, Achseln, Brust |
| 4.2 | âKönnen Sie sich kĂ€mmen und rasieren?" | Auch Haare waschen, Frisur richten, Bart rasieren |
| 4.3 | âKönnen Sie Ihre ZĂ€hne allein putzen?" | Mundpflege: ZĂ€hne, Zahnprothese, MundspĂŒlung |
| 4.4 | âKönnen Sie sich allein duschen oder baden?" | Ganzkörperpflege inklusive Abtrocknen |
| 4.5 | âKönnen Sie den Intimbereich allein waschen?" | Intimpflege: unangenehm, aber entscheidend â ehrlich antworten |
| AN- UND AUSKLEIDEN | ||
| 4.6 | âKönnen Sie sich den Oberkörper allein anziehen?" | Hemd, Pullover, BH â auch Knöpfe und ReiĂverschlĂŒsse |
| 4.7 | âKönnen Sie sich den Unterkörper allein anziehen?" | Hose, Socken, Schuhe, KompressionsstrĂŒmpfe |
| ERNĂHRUNG | ||
| 4.8 | âKönnen Sie Ihr Essen mundgerecht zubereiten?" | Brot schmieren, Fleisch schneiden, Obst schĂ€len â nicht Kochen |
| 4.9 | âKönnen Sie allein essen?" | Besteck nutzen, zum Mund fĂŒhren, kauen und schlucken |
| 4.10 | âKönnen Sie allein trinken?" | Glas halten, zum Mund fĂŒhren, ausreichend trinken |
| AUSSCHEIDUNG | ||
| 4.11 | âKönnen Sie die Toilette allein benutzen?" | Hinsetzen, Aufstehen, Kleidung richten, Reinigung |
| 4.12 | âGibt es Probleme mit der Harnkontinenz?" | HĂ€ufigkeit, Art der Inkontinenz, verwendete Hilfsmittel |
| 4.13 | âGibt es Probleme mit der Stuhlkontinenz?" | HĂ€ufigkeit, Versorgung mit Einlagen oder Stoma |
â ïž Inkontinenz nicht verschweigen
Dieses Thema wird aus Scham am hĂ€ufigsten verharmlost. Dabei bringt die Versorgung erhebliche Punkte in Modul 4. Wenn regelmĂ€Ăig Einlagen gewechselt oder Kleidung gereinigt werden muss, gehört das in die Begutachtung.
Modul 5: BewÀltigung krankheitsbedingter Anforderungen (20 %)
Hier zĂ€hlt vor allem die HĂ€ufigkeit der MaĂnahmen â je öfter etwas anfĂ€llt, desto mehr Punkte ergeben sich.
| Nr. | Frage des Gutachters | Worauf es ankommt |
|---|---|---|
| 5.1 | âWelche Medikamente nehmen Sie und wie oft?" | Richten, Einteilen, Einnehmen â Tabletten, Tropfen, Insulin, Spritzen |
| 5.2 | âGibt es regelmĂ€Ăige Verbandswechsel?" | Wundversorgung, Dekubituspflege, KompressionsverbĂ€nde |
| 5.3 | âWie oft gehen Sie zum Arzt?" | Arztbesuche, Begleitung nötig? Wie viele FachĂ€rzte? |
| 5.4 | âGibt es Therapien zu Hause?" | Physiotherapie, Ergotherapie, LogopĂ€die â wie oft pro Woche? |
| 5.5 | âWerden KompressionsstrĂŒmpfe an- und ausgezogen?" | Wird oft vergessen â zweimal tĂ€glich ergibt erhebliche Punkte |
| 5.6 | âGibt es besondere ErnĂ€hrungsanforderungen?" | DiĂ€t bei Diabetes, FlĂŒssigkeitskontrolle, Sondenkost |
| 5.7 | âWerden Blutzucker oder Blutdruck kontrolliert?" | Selbstmessung möglich oder Hilfe nötig? Wie oft? |
Modul 6: Gestaltung des Alltagslebens und sozialer Kontakte (15 %)
| Nr. | Frage des Gutachters | Worauf es ankommt |
|---|---|---|
| 6.1 | âWie sieht ein typischer Tag bei Ihnen aus?" | Gestaltung des Tagesablaufs: Gibt es Struktur oder vergeht der Tag im Sessel? |
| 6.2 | âKönnen Sie selbststĂ€ndig zu Bett gehen und aufstehen?" | Ruhen und Schlafen: Schlaf-Wach-Rhythmus, nĂ€chtliche UnterstĂŒtzung |
| 6.3 | âWie beschĂ€ftigen Sie sich tagsĂŒber?" | Findet die Person selbst BeschĂ€ftigung oder braucht sie Anregung? |
| 6.4 | âKönnen Sie noch selbst planen, etwa einen Arzttermin?" | Zukunftsplanung: Termine, Finanzen, gröĂere Entscheidungen |
| 6.5 | âHaben Sie noch regelmĂ€Ăig Kontakt zu anderen Menschen?" | Interaktion mit Personen im direkten Umfeld |
| 6.6 | âKönnen Sie das Haus verlassen und Freunde besuchen?" | Kontaktpflege auĂerhalb der eigenen Wohnung |
7 Tipps fĂŒr die Begutachtung
- 1Den schlechtesten Tag schildern. Nicht den Tag, an dem es zufĂ€llig gut lĂ€uft. Der Gutachter sieht einen Moment â Sie leben den Alltag.
- 2Pflegetagebuch fĂŒhren. Zwei bis vier Wochen dokumentieren, was allein gelingt und wo Hilfe nötig ist. Die Checkliste zum Herunterladen hilft dabei.
- 3Eine Vertrauensperson sollte dabei sein. Angehörige kennen den Alltag oft besser als die betroffene Person selbst â und korrigieren Verharmlosungen.
- 4Unterlagen bereitlegen. Arztberichte, Medikamentenplan, Entlassungsbriefe, Therapieberichte â alles, was den Pflegebedarf belegt.
- 5Nicht aufrÀumen. Ein gemachtes Bett und ein blitzblankes Bad signalisieren eine SelbststÀndigkeit, die vielleicht gar nicht besteht.
- 6NÀchte und Psyche ansprechen. Schlafstörungen, nÀchtliche Unruhe und depressive Verstimmung werden am hÀufigsten vergessen.
- 7Bei zu niedrigem Ergebnis: Widerspruch. Einen Monat Zeit ab Zugang des Bescheids. Gutachten anfordern und Modul fĂŒr Modul mit dem tatsĂ€chlichen Alltag vergleichen.
đĄ Vorab einschĂ€tzen
Mit dem Pflegegradrechner können Sie vorab einschÀtzen, welcher Pflegegrad wahrscheinlich ist. Wer Hilfe beim Antrag braucht, findet bei Afilio eine kostenlose Anleitung.
So hilft JUHI nach dem Pflegegrad
Sobald der Pflegegrad steht, können Sie sofort professionelle Hilfe im Alltag und Haushalt in Anspruch nehmen. JUHI ist seit ĂŒber 8 Jahren von allen Pflegekassen anerkannt â bundesweit in ĂŒber 30 StĂ€dten, darunter Berlin, Köln, Augsburg und Leipzig.
Bei Pflegegrad 1 sind das mindestens 4 Stunden pro Monat, ab Pflegegrad 2 bis zu 13 volle Stunden â Fenster putzen, Saugen, Einkaufen, Gardinen aufhĂ€ngen, leichte Gartenarbeiten, Begleitung und Gesellschaft. Unser Stundensatz betrĂ€gt 32,75 âŹ* inkl. sĂ€mtlicher Kosten. Bei gesetzlicher Versicherung entstehen Ihnen keine Eigenkosten, und Ihr Pflegegeld bleibt vollstĂ€ndig erhalten. JUHI hilft allen Menschen mit Pflegegrad â unabhĂ€ngig vom Alter.
Eine kurze Anfrage genĂŒgt, und wir klĂ€ren telefonisch, welche Stunden Ihnen ĂŒber die Pflegekasse zustehen. Ihren genauen Stundenanspruch können Sie vorab im JUHI-Rechner berechnen.
HĂ€ufig gestellte Fragen
Wie lange dauert die Begutachtung?+
In der Regel 60 bis 90 Minuten. Der Gutachter geht alle sechs Module durch, stellt Fragen, beobachtet und fĂŒhrt kurze Tests durch. Nehmen Sie sich genug Zeit und lassen Sie sich nicht hetzen.
Welches Modul ist am wichtigsten?+
Modul 4, die Selbstversorgung, mit 40 % Gewichtung. Alles rund um Waschen, Anziehen, Essen und Toilette zĂ€hlt am meisten. Danach folgt Modul 5 mit 20 % â Medikamente, Therapien und Arztbesuche.
Muss ich die Fragen auswendig kennen?+
Nein, der Gutachter fĂŒhrt das GesprĂ€ch. Aber wenn Sie die Fragen kennen, können Sie sich gezielt vorbereiten und vergessen nichts. Am einfachsten geht das mit der PDF-Checkliste zum Ausdrucken.
Was passiert, wenn der Pflegegrad abgelehnt wird?+
Legen Sie Widerspruch ein â innerhalb eines Monats ab Zugang des Bescheids, schriftlich an die Pflegekasse. Fordern Sie das Gutachten an und vergleichen Sie es Modul fĂŒr Modul mit dem tatsĂ€chlichen Alltag. Ein erheblicher Teil aller WidersprĂŒche fĂŒhrt zu einer Korrektur.
Darf der Gutachter in mein Schlafzimmer?+
Der Gutachter hat kein Durchsuchungsrecht. Er darf sich die Wohnsituation aber anschauen â Badezimmer, Hilfsmittel, Treppen. Das hilft bei der EinschĂ€tzung, und in der Regel ist es sinnvoll, ihn schauen zu lassen. RĂ€ume ausschlieĂen dĂŒrfen Sie jederzeit.
Kann ich die Begutachtung verschieben?+
Ja. Wenn der angekĂŒndigte Termin ungĂŒnstig liegt, etwa weil keine Vertrauensperson anwesend sein kann, rufen Sie beim Medizinischen Dienst an und vereinbaren einen neuen. Das ist Ihr gutes Recht und verzögert das Verfahren nur wenig.
Quellen
- § 15 SGB XI â Ermittlung des Grades der PflegebedĂŒrftigkeit
- § 14 SGB XI â Begriff der PflegebedĂŒrftigkeit
- § 18 SGB XI â Verfahren zur Feststellung der PflegebedĂŒrftigkeit
- Medizinischer Dienst â Pflegebegutachtung
- Medizinischer Dienst â Begutachtungs-Richtlinien (BRi)
- Bundesministerium fĂŒr Gesundheit â PflegebedĂŒrftigkeit
- GKV-Spitzenverband â Pflegeleistungen
- Verbraucherzentrale â Pflege zu Hause: Leistungen im Ăberblick
*In bestimmten BundeslÀndern ist der Preis etwas niedriger.
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