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Gedächtnistraining für Senioren: 10 Übungen die wirklich helfen

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Inhaltsverzeichnis

Das Gedächtnis ist wie ein Muskel – wer es nicht trainiert, verliert es. Besonders im Alter lassen Merkfähigkeit, Wortfindung und Konzentration nach. Das ist normal, aber kein unvermeidbares Schicksal. Regelmäßiges Gedächtnistraining kann die geistige Leistungsfähigkeit nachweislich erhalten, den Alltag selbstständiger gestalten und sogar das Fortschreiten einer beginnenden Demenz verlangsamen.

In diesem Artikel stellen wir 10 alltagstaugliche Übungen vor, die Senioren ohne besondere Hilfsmittel durchführen können – allein, mit Angehörigen oder gemeinsam mit einer Alltagsbegleitung. Keine Rätselhefte, keine Apps – nur Übungen, die nachweislich helfen.

Das Wichtigste in Kürze

  • Regelmäßigkeit ist wichtiger als Dauer – 15 Minuten täglich reichen aus
  • Verschiedene Bereiche trainieren: Merkfähigkeit, Wortfindung, Konzentration, logisches Denken
  • Spaß muss sein – Druck und Frustration sind kontraproduktiv
  • Auch bei Demenz sinnvoll – angepasst an den Schweregrad, mit Fokus auf Erfolgserlebnisse
  • Alltagsbegleitung durch JUHI – unsere Helfer:innen trainieren gemeinsam und bringen Struktur in den Tag

Warum Gedächtnistraining im Alter so wichtig ist

Ab dem 50. Lebensjahr nimmt die Verarbeitungsgeschwindigkeit des Gehirns messbar ab. Das Arbeitsgedächtnis wird langsamer, Namen fallen schwerer ein, der rote Faden geht schneller verloren. Das ist ein normaler Alterungsprozess – aber eben kein fester Pfad. Die Neurowissenschaft zeigt: Das Gehirn bleibt bis ins hohe Alter plastisch, also formbar und trainierbar.

Studien belegen, dass regelmäßiges kognitives Training die Merkfähigkeit verbessern, den Wortschatz aktiv halten und die Alltagskompetenz stärken kann. Besonders wirksam ist das Training, wenn es mehrere Bereiche gleichzeitig anspricht: Sprache, Logik, Aufmerksamkeit und Erinnerung. Und: Es wirkt auch bei Menschen, die bereits erste Anzeichen kognitiver Veränderungen zeigen.

10 Übungen die wirklich helfen

1. Einkaufsliste im Kopf

Trainiert: Kurzzeitgedächtnis, Merkfähigkeit

Vor dem nächsten Einkauf 5–8 Artikel nur im Kopf merken, ohne Zettel. Tipp: Verknüpfen Sie die Artikel mit Bildern oder einer Geschichte. „Die Butter liegt auf dem Brot, das neben den Äpfeln im Korb steht." Je absurder das Bild, desto besser bleibt es haften.

2. Rückwärts buchstabieren

Trainiert: Arbeitsgedächtnis, Konzentration

Wählen Sie ein Wort – zum Beispiel „Gartenzaun" – und buchstabieren Sie es rückwärts: N-U-A-Z-N-E-T-R-A-G. Beginnen Sie mit kurzen Wörtern (4–5 Buchstaben) und steigern Sie langsam. Diese Übung fordert das Arbeitsgedächtnis maximal, weil Sie gleichzeitig speichern und umkehren müssen.

3. Wortfindung: Stadt-Land-Fluss für Erwachsene

Trainiert: Wortfindung, Abruf aus dem Langzeitgedächtnis

Denken Sie in 60 Sekunden so viele Wörter wie möglich, die mit einem bestimmten Buchstaben anfangen. Variante: Nur Tiere, nur Lebensmittel, nur Städte. Diese Übung hält den Zugang zum passiven Wortschatz aktiv – genau die Fähigkeit, die im Alter als erstes nachlässt.

4. Gegenstände merken (Kim-Spiel)

Trainiert: Visuelles Gedächtnis, Aufmerksamkeit

Legen Sie 10 Alltagsgegenstände auf den Tisch (Schlüssel, Brille, Löffel, Stift …). 30 Sekunden anschauen, dann abdecken und so viele wie möglich aufzählen. Mit der Zeit: Mehr Gegenstände oder kürzere Betrachtungszeit. Ideal zu zweit – die Begleitperson legt auf, die pflegebedürftige Person merkt sich.

5. Rechengeschichten

Trainiert: Rechenfähigkeit, logisches Denken

„Frau Müller kauft 3 Brötchen zu je 45 Cent und eine Butter für 2,29 €. Wie viel zahlt sie?" Alltagsnahe Rechenaufgaben halten die Zahlenverarbeitung aktiv und stärken das Selbstvertrauen – denn die Aufgaben lassen sich lösen, ohne Mathe-Genie zu sein.

6. Biografiearbeit: Erinnerungen erzählen

Trainiert: Langzeitgedächtnis, Sprachfluss, emotionale Stabilität

„Erzählen Sie von Ihrem ersten Arbeitstag." „Was war Ihr Lieblingsessen als Kind?" „Wie haben Sie Ihren Partner kennengelernt?" Biografiearbeit aktiviert tief verankerte Erinnerungen und stärkt das Selbstwertgefühl – besonders wertvoll bei beginnender Demenz, wo das Langzeitgedächtnis oft noch gut funktioniert.

7. Sprichwörter ergänzen

Trainiert: Wortabruf, Sprachverständnis

„Wer anderen eine Grube gräbt …" – „… fällt selbst hinein." „Morgenstund hat …" – „… Gold im Mund." Sprichwörter sind im Langzeitgedächtnis fest verankert und rufen auch bei fortgeschrittener Vergesslichkeit oft noch Erfolgserlebnisse hervor. Variante: Nur den Anfang nennen und ergänzen lassen.

8. Sinne aktivieren: Was rieche ich?

Trainiert: Sensorisches Gedächtnis, Aufmerksamkeit

Schließen Sie die Augen und riechen Sie an verschiedenen Gegenständen: Kaffee, Zitrone, Zimt, Lavendel. Erkennen und benennen Sie den Geruch. Riechtraining aktiviert den Hippocampus – genau die Hirnregion, die für die Gedächtnisbildung zuständig ist und bei Alzheimer als erste betroffen ist.

9. Tagesrückblick

Trainiert: Episodisches Gedächtnis, zeitliche Orientierung

Jeden Abend (oder beim Besuch der Alltagsbegleitung) den Tag in umgekehrter Reihenfolge durchgehen: „Was habe ich heute als letztes gemacht? Was davor? Was war das Erste am Morgen?" Diese Übung stärkt die zeitliche Einordnung und gibt Struktur – zwei Fähigkeiten, die bei Demenz früh nachlassen.

10. Lieder singen

Trainiert: Sprachgedächtnis, Stimmung, Motorik (bei Klatschen/Bewegen)

Bekannte Volkslieder oder Schlager gemeinsam singen. Musik aktiviert andere Hirnareale als Sprache – deshalb können Menschen mit fortgeschrittener Demenz oft noch Liedtexte erinnern, die sie im Gespräch nicht mehr finden würden. Singen hebt zudem die Stimmung und schafft Verbindung.

i Info

Pflegegrad vorhanden?

Dann stehen Ihnen bis zu 13 Std. monatliche Hilfe zu!

Hier geht es zum Rechner

Gedächtnistraining in den Alltag einbauen

Die besten Übungen sind die, die man gar nicht als „Training" wahrnimmt. Hier 5 Wege, Gedächtnistraining ganz natürlich in den Alltag zu integrieren:

  • Beim Einkaufen: Kassenbons im Kopf nachrechnen, Preise schätzen, Einkaufsliste memorieren
  • Beim Kochen: Rezepte aus dem Gedächtnis nachkochen, Zutaten abschätzen statt abwiegen
  • Beim Spaziergang: Autokennzeichen merken, Bäume benennen, Häuser zählen
  • Am Abend: Tagesrückblick, die interessanteste Nachricht des Tages nacherzählen
  • Im Gespräch: Den Namen des Gegenübers dreimal im Gespräch verwenden – das stärkt die Namens-Merkfähigkeit

Gedächtnistraining bei Demenz: Was anders ist

Auch bei einer bestehenden Pflegebedürftigkeit und Demenz ist Gedächtnistraining sinnvoll – es muss aber an den Schweregrad angepasst werden:

Demenz-StadiumGeeignete ÜbungenWorauf achten?
Leichte DemenzAlle 10 Übungen, Kreuzworträtsel, Kartenspiele, GesellschaftsspieleNormalem Schwierigkeitsgrad, Selbstständigkeit fördern
Mittlere DemenzSprichwörter, Lieder singen, Biografiearbeit, Gerüche raten, Kim-Spiel mit wenig GegenständenErfolgserlebnisse schaffen, nicht korrigieren, Langzeitgedächtnis nutzen
Schwere DemenzMusik hören und summen, Sinne aktivieren (Tasten, Riechen), vertraute Fotos anschauenKeine Leistungserwartung, sensorische Ansprache, Wohlbefinden im Vordergrund

⚠️ Kein Druck, kein Test, kein Versagen

Die wichtigste Regel beim Gedächtnistraining mit Demenz: Es geht nicht um richtig oder falsch. Jede Korrektur, jeder Leistungsdruck kann zu Frustration, Rückzug und Abwehr führen. Loben Sie den Versuch, nicht das Ergebnis. Wenn eine Übung nicht funktioniert, wechseln Sie einfach zur nächsten.

So unterstützt JUHI beim Gedächtnistraining

Die besten Übungen nützen wenig, wenn sie niemand regelmäßig durchführt. Angehörige sind oft zeitlich am Limit – und genau hier kommen wir von JUHI ins Spiel. Unsere Alltagshelfer:innen bringen nicht nur den Haushalt in Ordnung, sondern gestalten auch die gemeinsame Zeit aktiv: Gespräche, Vorlesen, Spiele, Spaziergänge mit Beobachtungsaufgaben, gemeinsames Kochen und eben Gedächtnistraining.

Seit über 8 Jahren sind wir von allen Pflegekassen anerkannt und helfen pflegebedürftigen Menschen im Alltag und Haushalt – bundesweit in über 30 Städten, darunter Köln, München, Essen und Dresden.

Das sind bei JUHI bis zu 13 volle Stunden Hilfe pro Monat – Fenster putzen, Saugen, Einkaufen, Gardinen aufhängen, Begleitung und Gesellschaft inklusive Gedächtnistraining. Unser Stundensatz beträgt 32,75 € inkl. sämtlicher Kosten. Wir rechnen direkt mit Ihrer Pflegekasse ab – bei gesetzlicher Versicherung entstehen für Sie keine Kosten.

Unser Fazit: Jede Minute Training zählt

Gedächtnistraining ist kein Luxus und kein Hobby – es ist eine der wirksamsten Maßnahmen, um die geistige Leistungsfähigkeit im Alter zu erhalten. 15 Minuten täglich, abwechslungsreich und ohne Leistungsdruck reichen aus. Ob alleine, mit Angehörigen oder mit Ihrer Alltagsbegleitung von JUHI – die Übungen in diesem Artikel brauchen keine Hilfsmittel, kein Vorwissen und keinen Kurs.

Und wenn Sie neben dem Gedächtnistraining auch Hilfe im Alltag und Haushalt brauchen, sind wir von JUHI da. Eine kurze Anfrage genügt, und wir klären telefonisch, welche Stunden Ihnen über die Pflegekasse zustehen. Ihren genauen Stundenanspruch können Sie vorab im JUHI-Rechner berechnen.

Häufig gestellte Fragen

Wie oft sollte man Gedächtnistraining machen?+

Idealerweise täglich 15–20 Minuten. Regelmäßigkeit ist wichtiger als Dauer. Drei kurze Einheiten pro Woche sind besser als eine lange am Wochenende. Wichtig: Die Übungen sollten Spaß machen und abwechslungsreich sein.

Hilft Gedächtnistraining bei Demenz?+

Ja – es kann den Verlauf nicht stoppen, aber nachweislich verlangsamen und die Lebensqualität verbessern. Wichtig ist, die Übungen an den Schweregrad anzupassen: Bei leichter Demenz sind anspruchsvolle Übungen möglich, bei schwerer Demenz stehen sensorische Ansprache und Wohlbefinden im Vordergrund.

Brauche ich besondere Materialien?+

Nein. Alle 10 Übungen in diesem Artikel funktionieren ohne besondere Hilfsmittel – mit Alltagsgegenständen, Gesprächen und Kopfrechnen. Rätselhefte und Apps sind ergänzend möglich, aber nicht nötig.

Was tun, wenn die pflegebedürftige Person nicht mitmachen will?+

Keinen Druck ausüben. Probieren Sie Übungen, die sich nicht als „Training" anfühlen: Lieder singen, Erinnerungen erzählen, gemeinsam kochen. Wenn eine Übung abgelehnt wird, wechseln Sie zur nächsten. Manchmal hilft auch eine vertraute Begleitperson – unsere JUHI-Helfer:innen haben damit Erfahrung.

Kann JUHI beim Gedächtnistraining helfen?+

Ja. Gesellschaft und gemeinsame Aktivitäten gehören fest zum Leistungsangebot von JUHI. Unsere Helfer:innen können Gespräche führen, vorlesen, Spiele spielen, Spaziergänge mit Beobachtungsaufgaben machen und einfache Gedächtnisübungen gemeinsam durchführen – alles im Rahmen der regulären Einsatzstunden.

Ab welchem Pflegegrad bekomme ich Alltagsbegleitung?+

Bereits ab Pflegegrad 1 steht Ihnen der Entlastungsbetrag von 131 € monatlich zu – das sind bei JUHI mindestens 4 volle Stunden Begleitung und Hilfe pro Monat. Ab Pflegegrad 2 kommen Entlastungsbetrag und Verhinderungspflege zusammen auf bis zu 13 Stunden.

Quellen

  1. Alzheimer Forschung Initiative – Gehirntraining: So halten Sie Ihr Gedächtnis fit
  2. Deutsche Alzheimer Gesellschaft – Kognitives Training bei Demenz
  3. Bundesministerium für Gesundheit – Demenz: Ratgeber für Angehörige
  4. Bundesverband Gedächtnistraining e.V. – Was ist Gedächtnistraining?
  5. pflege.de – Pflegegrade: Übersicht und Leistungen
  6. GKV-Spitzenverband – Pflegeleistungen
  7. Stiftung Gesundheitswissen – Demenz und Gehirntraining
  8. § 45b SGB XI – Entlastungsbetrag

Das Gedächtnis ist wie ein Muskel – wer es nicht trainiert, verliert es. Besonders im Alter lassen Merkfähigkeit, Wortfindung und Konzentration nach. Das ist normal, aber kein unvermeidbares Schicksal. Regelmäßiges Gedächtnistraining kann die geistige Leistungsfähigkeit nachweislich erhalten, den Alltag selbstständiger gestalten und sogar das Fortschreiten einer beginnenden Demenz verlangsamen.

In diesem Artikel stellen wir 10 alltagstaugliche Übungen vor, die Senioren ohne besondere Hilfsmittel durchführen können – allein, mit Angehörigen oder gemeinsam mit einer Alltagsbegleitung. Keine Rätselhefte, keine Apps – nur Übungen, die nachweislich helfen.

Das Wichtigste in Kürze

  • Regelmäßigkeit ist wichtiger als Dauer – 15 Minuten täglich reichen aus
  • Verschiedene Bereiche trainieren: Merkfähigkeit, Wortfindung, Konzentration, logisches Denken
  • Spaß muss sein – Druck und Frustration sind kontraproduktiv
  • Auch bei Demenz sinnvoll – angepasst an den Schweregrad, mit Fokus auf Erfolgserlebnisse
  • Alltagsbegleitung durch JUHI – unsere Helfer:innen trainieren gemeinsam und bringen Struktur in den Tag

Warum Gedächtnistraining im Alter so wichtig ist

Ab dem 50. Lebensjahr nimmt die Verarbeitungsgeschwindigkeit des Gehirns messbar ab. Das Arbeitsgedächtnis wird langsamer, Namen fallen schwerer ein, der rote Faden geht schneller verloren. Das ist ein normaler Alterungsprozess – aber eben kein fester Pfad. Die Neurowissenschaft zeigt: Das Gehirn bleibt bis ins hohe Alter plastisch, also formbar und trainierbar.

Studien belegen, dass regelmäßiges kognitives Training die Merkfähigkeit verbessern, den Wortschatz aktiv halten und die Alltagskompetenz stärken kann. Besonders wirksam ist das Training, wenn es mehrere Bereiche gleichzeitig anspricht: Sprache, Logik, Aufmerksamkeit und Erinnerung. Und: Es wirkt auch bei Menschen, die bereits erste Anzeichen kognitiver Veränderungen zeigen.

10 Übungen die wirklich helfen

1. Einkaufsliste im Kopf

Trainiert: Kurzzeitgedächtnis, Merkfähigkeit

Vor dem nächsten Einkauf 5–8 Artikel nur im Kopf merken, ohne Zettel. Tipp: Verknüpfen Sie die Artikel mit Bildern oder einer Geschichte. „Die Butter liegt auf dem Brot, das neben den Äpfeln im Korb steht." Je absurder das Bild, desto besser bleibt es haften.

2. Rückwärts buchstabieren

Trainiert: Arbeitsgedächtnis, Konzentration

Wählen Sie ein Wort – zum Beispiel „Gartenzaun" – und buchstabieren Sie es rückwärts: N-U-A-Z-N-E-T-R-A-G. Beginnen Sie mit kurzen Wörtern (4–5 Buchstaben) und steigern Sie langsam. Diese Übung fordert das Arbeitsgedächtnis maximal, weil Sie gleichzeitig speichern und umkehren müssen.

3. Wortfindung: Stadt-Land-Fluss für Erwachsene

Trainiert: Wortfindung, Abruf aus dem Langzeitgedächtnis

Denken Sie in 60 Sekunden so viele Wörter wie möglich, die mit einem bestimmten Buchstaben anfangen. Variante: Nur Tiere, nur Lebensmittel, nur Städte. Diese Übung hält den Zugang zum passiven Wortschatz aktiv – genau die Fähigkeit, die im Alter als erstes nachlässt.

4. Gegenstände merken (Kim-Spiel)

Trainiert: Visuelles Gedächtnis, Aufmerksamkeit

Legen Sie 10 Alltagsgegenstände auf den Tisch (Schlüssel, Brille, Löffel, Stift …). 30 Sekunden anschauen, dann abdecken und so viele wie möglich aufzählen. Mit der Zeit: Mehr Gegenstände oder kürzere Betrachtungszeit. Ideal zu zweit – die Begleitperson legt auf, die pflegebedürftige Person merkt sich.

5. Rechengeschichten

Trainiert: Rechenfähigkeit, logisches Denken

„Frau Müller kauft 3 Brötchen zu je 45 Cent und eine Butter für 2,29 €. Wie viel zahlt sie?" Alltagsnahe Rechenaufgaben halten die Zahlenverarbeitung aktiv und stärken das Selbstvertrauen – denn die Aufgaben lassen sich lösen, ohne Mathe-Genie zu sein.

6. Biografiearbeit: Erinnerungen erzählen

Trainiert: Langzeitgedächtnis, Sprachfluss, emotionale Stabilität

„Erzählen Sie von Ihrem ersten Arbeitstag." „Was war Ihr Lieblingsessen als Kind?" „Wie haben Sie Ihren Partner kennengelernt?" Biografiearbeit aktiviert tief verankerte Erinnerungen und stärkt das Selbstwertgefühl – besonders wertvoll bei beginnender Demenz, wo das Langzeitgedächtnis oft noch gut funktioniert.

7. Sprichwörter ergänzen

Trainiert: Wortabruf, Sprachverständnis

„Wer anderen eine Grube gräbt …" – „… fällt selbst hinein." „Morgenstund hat …" – „… Gold im Mund." Sprichwörter sind im Langzeitgedächtnis fest verankert und rufen auch bei fortgeschrittener Vergesslichkeit oft noch Erfolgserlebnisse hervor. Variante: Nur den Anfang nennen und ergänzen lassen.

8. Sinne aktivieren: Was rieche ich?

Trainiert: Sensorisches Gedächtnis, Aufmerksamkeit

Schließen Sie die Augen und riechen Sie an verschiedenen Gegenständen: Kaffee, Zitrone, Zimt, Lavendel. Erkennen und benennen Sie den Geruch. Riechtraining aktiviert den Hippocampus – genau die Hirnregion, die für die Gedächtnisbildung zuständig ist und bei Alzheimer als erste betroffen ist.

9. Tagesrückblick

Trainiert: Episodisches Gedächtnis, zeitliche Orientierung

Jeden Abend (oder beim Besuch der Alltagsbegleitung) den Tag in umgekehrter Reihenfolge durchgehen: „Was habe ich heute als letztes gemacht? Was davor? Was war das Erste am Morgen?" Diese Übung stärkt die zeitliche Einordnung und gibt Struktur – zwei Fähigkeiten, die bei Demenz früh nachlassen.

10. Lieder singen

Trainiert: Sprachgedächtnis, Stimmung, Motorik (bei Klatschen/Bewegen)

Bekannte Volkslieder oder Schlager gemeinsam singen. Musik aktiviert andere Hirnareale als Sprache – deshalb können Menschen mit fortgeschrittener Demenz oft noch Liedtexte erinnern, die sie im Gespräch nicht mehr finden würden. Singen hebt zudem die Stimmung und schafft Verbindung.

i Info

Pflegegrad vorhanden?

Dann stehen Ihnen bis zu 13 Std. monatliche Hilfe zu!

Hier geht es zum Rechner

Gedächtnistraining in den Alltag einbauen

Die besten Übungen sind die, die man gar nicht als „Training" wahrnimmt. Hier 5 Wege, Gedächtnistraining ganz natürlich in den Alltag zu integrieren:

  • Beim Einkaufen: Kassenbons im Kopf nachrechnen, Preise schätzen, Einkaufsliste memorieren
  • Beim Kochen: Rezepte aus dem Gedächtnis nachkochen, Zutaten abschätzen statt abwiegen
  • Beim Spaziergang: Autokennzeichen merken, Bäume benennen, Häuser zählen
  • Am Abend: Tagesrückblick, die interessanteste Nachricht des Tages nacherzählen
  • Im Gespräch: Den Namen des Gegenübers dreimal im Gespräch verwenden – das stärkt die Namens-Merkfähigkeit

Gedächtnistraining bei Demenz: Was anders ist

Auch bei einer bestehenden Pflegebedürftigkeit und Demenz ist Gedächtnistraining sinnvoll – es muss aber an den Schweregrad angepasst werden:

Demenz-StadiumGeeignete ÜbungenWorauf achten?
Leichte DemenzAlle 10 Übungen, Kreuzworträtsel, Kartenspiele, GesellschaftsspieleNormalem Schwierigkeitsgrad, Selbstständigkeit fördern
Mittlere DemenzSprichwörter, Lieder singen, Biografiearbeit, Gerüche raten, Kim-Spiel mit wenig GegenständenErfolgserlebnisse schaffen, nicht korrigieren, Langzeitgedächtnis nutzen
Schwere DemenzMusik hören und summen, Sinne aktivieren (Tasten, Riechen), vertraute Fotos anschauenKeine Leistungserwartung, sensorische Ansprache, Wohlbefinden im Vordergrund

⚠️ Kein Druck, kein Test, kein Versagen

Die wichtigste Regel beim Gedächtnistraining mit Demenz: Es geht nicht um richtig oder falsch. Jede Korrektur, jeder Leistungsdruck kann zu Frustration, Rückzug und Abwehr führen. Loben Sie den Versuch, nicht das Ergebnis. Wenn eine Übung nicht funktioniert, wechseln Sie einfach zur nächsten.

So unterstützt JUHI beim Gedächtnistraining

Die besten Übungen nützen wenig, wenn sie niemand regelmäßig durchführt. Angehörige sind oft zeitlich am Limit – und genau hier kommen wir von JUHI ins Spiel. Unsere Alltagshelfer:innen bringen nicht nur den Haushalt in Ordnung, sondern gestalten auch die gemeinsame Zeit aktiv: Gespräche, Vorlesen, Spiele, Spaziergänge mit Beobachtungsaufgaben, gemeinsames Kochen und eben Gedächtnistraining.

Seit über 8 Jahren sind wir von allen Pflegekassen anerkannt und helfen pflegebedürftigen Menschen im Alltag und Haushalt – bundesweit in über 30 Städten, darunter Köln, München, Essen und Dresden.

Das sind bei JUHI bis zu 13 volle Stunden Hilfe pro Monat – Fenster putzen, Saugen, Einkaufen, Gardinen aufhängen, Begleitung und Gesellschaft inklusive Gedächtnistraining. Unser Stundensatz beträgt 32,75 € inkl. sämtlicher Kosten. Wir rechnen direkt mit Ihrer Pflegekasse ab – bei gesetzlicher Versicherung entstehen für Sie keine Kosten.

Unser Fazit: Jede Minute Training zählt

Gedächtnistraining ist kein Luxus und kein Hobby – es ist eine der wirksamsten Maßnahmen, um die geistige Leistungsfähigkeit im Alter zu erhalten. 15 Minuten täglich, abwechslungsreich und ohne Leistungsdruck reichen aus. Ob alleine, mit Angehörigen oder mit Ihrer Alltagsbegleitung von JUHI – die Übungen in diesem Artikel brauchen keine Hilfsmittel, kein Vorwissen und keinen Kurs.

Und wenn Sie neben dem Gedächtnistraining auch Hilfe im Alltag und Haushalt brauchen, sind wir von JUHI da. Eine kurze Anfrage genügt, und wir klären telefonisch, welche Stunden Ihnen über die Pflegekasse zustehen. Ihren genauen Stundenanspruch können Sie vorab im JUHI-Rechner berechnen.

Häufig gestellte Fragen

Wie oft sollte man Gedächtnistraining machen?+

Idealerweise täglich 15–20 Minuten. Regelmäßigkeit ist wichtiger als Dauer. Drei kurze Einheiten pro Woche sind besser als eine lange am Wochenende. Wichtig: Die Übungen sollten Spaß machen und abwechslungsreich sein.

Hilft Gedächtnistraining bei Demenz?+

Ja – es kann den Verlauf nicht stoppen, aber nachweislich verlangsamen und die Lebensqualität verbessern. Wichtig ist, die Übungen an den Schweregrad anzupassen: Bei leichter Demenz sind anspruchsvolle Übungen möglich, bei schwerer Demenz stehen sensorische Ansprache und Wohlbefinden im Vordergrund.

Brauche ich besondere Materialien?+

Nein. Alle 10 Übungen in diesem Artikel funktionieren ohne besondere Hilfsmittel – mit Alltagsgegenständen, Gesprächen und Kopfrechnen. Rätselhefte und Apps sind ergänzend möglich, aber nicht nötig.

Was tun, wenn die pflegebedürftige Person nicht mitmachen will?+

Keinen Druck ausüben. Probieren Sie Übungen, die sich nicht als „Training" anfühlen: Lieder singen, Erinnerungen erzählen, gemeinsam kochen. Wenn eine Übung abgelehnt wird, wechseln Sie zur nächsten. Manchmal hilft auch eine vertraute Begleitperson – unsere JUHI-Helfer:innen haben damit Erfahrung.

Kann JUHI beim Gedächtnistraining helfen?+

Ja. Gesellschaft und gemeinsame Aktivitäten gehören fest zum Leistungsangebot von JUHI. Unsere Helfer:innen können Gespräche führen, vorlesen, Spiele spielen, Spaziergänge mit Beobachtungsaufgaben machen und einfache Gedächtnisübungen gemeinsam durchführen – alles im Rahmen der regulären Einsatzstunden.

Ab welchem Pflegegrad bekomme ich Alltagsbegleitung?+

Bereits ab Pflegegrad 1 steht Ihnen der Entlastungsbetrag von 131 € monatlich zu – das sind bei JUHI mindestens 4 volle Stunden Begleitung und Hilfe pro Monat. Ab Pflegegrad 2 kommen Entlastungsbetrag und Verhinderungspflege zusammen auf bis zu 13 Stunden.

Quellen

  1. Alzheimer Forschung Initiative – Gehirntraining: So halten Sie Ihr Gedächtnis fit
  2. Deutsche Alzheimer Gesellschaft – Kognitives Training bei Demenz
  3. Bundesministerium für Gesundheit – Demenz: Ratgeber für Angehörige
  4. Bundesverband Gedächtnistraining e.V. – Was ist Gedächtnistraining?
  5. pflege.de – Pflegegrade: Übersicht und Leistungen
  6. GKV-Spitzenverband – Pflegeleistungen
  7. Stiftung Gesundheitswissen – Demenz und Gehirntraining
  8. § 45b SGB XI – Entlastungsbetrag
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