Prophylaxe in der Pflege: Was jeder pflegende Angehörige wissen muss

Wundliegen, Stürze, Thrombosen, Lungenentzündung, versteifende Gelenke – das sind die gefährlichsten und häufigsten Komplikationen, die pflegebedürftige Menschen treffen können. Die gute Nachricht: Viele lassen sich durch Prophylaxe verhindern. Die anspruchsvolle Nachricht: Prophylaxe bedeutet nicht „irgendwas Gutes tun", sondern gezielte Maßnahmen nach Expertenstandards, oft mehrmals täglich.
In diesem Artikel zeigen wir Ihnen, was Prophylaxe wirklich bedeutet, welche 8 Prophylaxen für pflegende Angehörige besonders relevant sind, wie Sie sie praktisch umsetzen – und wo klar die Grenze zu Pflegedienst und Arzt liegt. Wichtig vorab: Vieles in der Prophylaxe ist medizinisch-pflegerische Arbeit. Wir von JUHI können vieles unterstützen – durch Bewegung, Ernährung und Gesellschaft – aber die eigentlichen Pflegemaßnahmen bleiben Aufgabe von Fachkräften und pflegenden Angehörigen.
Das Wichtigste in Kürze
- ✓ Prophylaxe = gezielte Vorbeugung von typischen Pflegekomplikationen, basiert auf Expertenstandards
- ✓ Bewegung ist die wichtigste Maßnahme – wirkt gegen Dekubitus, Thrombose, Pneumonie und Kontrakturen gleichzeitig
- ✓ Dekubitus & Sturz sind die häufigsten vermeidbaren Komplikationen bei älteren Pflegebedürftigen
- ✓ Kostenlose Pflegekurse über die Krankenkasse – jeder pflegende Angehörige sollte sie nutzen
- ✓ Wille der pflegebedürftigen Person ist immer zu respektieren – keine Prophylaxe gegen den Willen
Was ist Prophylaxe in der Pflege?
Prophylaxe kommt aus dem Griechischen und bedeutet wörtlich „Vorbeugung". Im Pflegekontext steht das Wort für alle Maßnahmen, die verhindern sollen, dass aus bestehender Pflegebedürftigkeit weitere Komplikationen entstehen. Beispiel: Wer bettlägerig ist, hat ein hohes Risiko für Wundliegen (Dekubitus). Regelmäßiges Umlagern, Hautpflege und gezielte Bewegung sollen genau das verhindern.
Die Grundlage aller Prophylaxen bilden die Expertenstandards des Deutschen Netzwerks für Qualitätsentwicklung in der Pflege (DNQP). Dort ist wissenschaftlich fundiert festgelegt, welche Maßnahmen nachweislich wirksam sind. Profis wie Pflegefachkräfte orientieren sich daran – und auch pflegende Angehörige profitieren enorm vom Wissen dieser Standards.
💡 Kostenlose Pflegekurse nutzen
Krankenkassen sind gesetzlich verpflichtet, pflegenden Angehörigen kostenlose Pflegekurse anzubieten – auch individuell zu Hause. Dort lernen Sie die wichtigsten Prophylaxen praktisch. Fragen Sie gezielt bei Ihrer Kasse nach „Pflegekurs für Angehörige nach § 45 SGB XI".
Die 8 wichtigsten Prophylaxen im Überblick
Es gibt über ein Dutzend Prophylaxen in der Pflegelehre – manche sind sehr speziell. Diese acht sollten pflegende Angehörige unbedingt kennen:
| Prophylaxe | Vorbeugt gegen | Für wen besonders wichtig? |
|---|---|---|
| Dekubitusprophylaxe | Wundliegen, Druckgeschwüre | Bettlägerige, stark bewegungseingeschränkte Menschen |
| Sturzprophylaxe | Stürze und Folgeverletzungen | Ältere Menschen mit Gangunsicherheit |
| Thromboseprophylaxe | Blutgerinnsel in den Venen | Bettlägerige, nach Operationen |
| Kontrakturprophylaxe | Gelenkversteifungen | Bettlägerige, Rollstuhlfahrende |
| Pneumonieprophylaxe | Lungenentzündung | Ältere, bettlägerige Menschen |
| Dehydrationsprophylaxe | Flüssigkeitsmangel | Ältere Menschen, Demenz |
| Obstipationsprophylaxe | Verstopfung | Bewegungseingeschränkte, Medikamente |
| Mundsoor- und Parotitisprophylaxe | Pilzinfektionen im Mund | Menschen, die wenig trinken/essen |
Fast alle Prophylaxen haben einen gemeinsamen Kern: Bewegung, ausreichende Flüssigkeit und gute Ernährung. Wer diese drei Grundpfeiler sicherstellt, wirkt gegen die meisten Risiken gleichzeitig.
Dekubitusprophylaxe: Wundliegen verhindern
Ein Dekubitus (Druckgeschwür) entsteht, wenn anhaltender Druck auf eine Körperstelle die Durchblutung unterbricht. Besonders gefährdet: Stellen, an denen Knochen direkt unter der Haut liegen – Steißbein, Fersen, Hüften, Schulterblätter, Hinterkopf. Bei bettlägerigen Menschen können sich Dekubitus-Wunden innerhalb weniger Stunden entwickeln.
Die wichtigsten Maßnahmen
- Regelmäßige Druckentlastung: Bei bettlägerigen Menschen Positionswechsel alle 2 bis 4 Stunden
- Druckverteilende Hilfsmittel: Weichlagerungsmatratze, Spezialauflagen, Kissen
- Bewegung fördern: Jede selbstständige Bewegung schützt – auch kleinste Umlagerungen helfen
- Sorgfältige Hautpflege: Trocken halten, sanft eincremen, keine aggressiven Seifen
- Hautbeobachtung: Tägliche Kontrolle gefährdeter Stellen – Rötungen sind Warnzeichen
- Eiweißreiche Ernährung: Unterstützt den Hautaufbau, wirkt vorbeugend
⚠️ Hände weg von Hausmitteln
Vaseline, Melkfett, Zinkpaste – alles ungeeignet für die Dekubitusprophylaxe. Diese Mittel verstopfen die Poren oder trocknen die Haut aus. Bei Unsicherheit: Immer erst mit Pflegedienst oder Arzt sprechen.
Sturzprophylaxe: Häufigste Unfallursache bei Senioren
Stürze sind die Hauptursache für schwere Verletzungen im Alter. Ein Oberschenkelhalsbruch bedeutet oft den Wendepunkt hin zu dauerhafter Pflegebedürftigkeit. Wer einmal gestürzt ist, entwickelt außerdem schnell Sturzangst – und wird noch unsicherer. Ein Teufelskreis, den es zu durchbrechen gilt.
Mehr Details dazu finden Sie in unserem Ratgeber zu Sturzprophylaxe-Maßnahmen. Die wichtigsten Eckpunkte:
- Stolperfallen beseitigen: Teppichkanten, Kabel, rutschige Böden, schlechte Beleuchtung
- Hilfsmittel bereitstellen: Rollator, Haltegriffe, Badewannenlift, rutschfeste Matten
- Geeignetes Schuhwerk: Feste, rutschfeste Sohle, flach, gut sitzend
- Medikamente überprüfen: Blutdrucksenker und Beruhigungsmittel erhöhen Sturzrisiko
- Kraft- und Balance-Training: Gezielte Übungen stärken Muskeln und Gleichgewicht
- Sehhilfen und Hörgeräte: Gute Sensorik reduziert Sturzrisiko erheblich
Thromboseprophylaxe: Blutgerinnsel vermeiden
Eine Thrombose ist ein Blutgerinnsel, das ein Gefäß verstopft – meistens in den tiefen Beinvenen. Die gefährlichste Komplikation: Das Gerinnsel löst sich und wandert zur Lunge (Lungenembolie) – ein medizinischer Notfall. Besonders gefährdet sind bettlägerige Menschen, frisch Operierte und Personen mit Krebserkrankungen oder Herzproblemen.
Die wichtigsten Maßnahmen
- Regelmäßige Bewegung: Schon 5 Minuten Bewegung pro Stunde reduziert das Risiko erheblich
- Beinvenengymnastik: Im Liegen Füße kreisen, Zehen bewegen – aktiviert die Muskelpumpe
- Kompressionsstrümpfe: Anti-Thrombose-Strümpfe – Anziehen und Ausziehen ist Behandlungspflege
- Ausreichend trinken: Verdünnt das Blut, reduziert Gerinnungsneigung
- Medikamentöse Prophylaxe: Thrombosespritzen bei erhöhtem Risiko – ärztlich verordnet
- Hochlagerung der Beine: Unterstützt den venösen Rückfluss
Pflegegrad vorhanden?
Dann stehen Ihnen bis zu 13 Std. monatliche Hilfe zu!
Hier geht es zum RechnerKontrakturprophylaxe: Gelenke beweglich halten
Eine Kontraktur ist eine dauerhafte Gelenkversteifung durch Schrumpfung von Muskeln, Sehnen und Gelenkkapseln. Wer sich nicht mehr bewegt, verliert Beweglichkeit – manchmal innerhalb weniger Wochen. Besonders tückisch: der „Spitzfuß" bei Bettlägerigen, bei dem der Fuß in Streckstellung verharrt und selbst bei ausreichender Mobilität später das Gehen verhindert.
Die wichtigsten Maßnahmen
- Aktive Bewegung fördern: Alles selbst bewegen, was möglich ist
- Passive Bewegungsübungen: Pflegekraft oder Physiotherapeut bewegt Gelenke vorsichtig durch
- Lagerung in physiologischer Stellung: Füße in 90-Grad-Stellung halten – Anti-Spitzfuß-Lagerung
- Ergotherapie und Physiotherapie: Ärztlich verordnet, von den Kassen übernommen
- Bei Schmerzen stoppen: Gelenke niemals gegen starken Widerstand oder bei Schmerzen bewegen
Pneumonieprophylaxe: Lungenentzündung vorbeugen
Lungenentzündungen gehören zu den häufigsten Todesursachen bei älteren Pflegebedürftigen. Vor allem flach liegende, bewegungsarme Menschen atmen oft zu flach – Sekret sammelt sich in der Lunge und bietet Bakterien idealen Nährboden.
Die wichtigsten Maßnahmen
- Atemübungen: Tiefes Durchatmen, Seifenblasen pusten, Atemtherapiegeräte
- Aufrechte Lagerung: Oberkörper möglichst hoch, mindestens zum Essen und Trinken
- Mobilisation: Jeder Gang an die frische Luft, jeder Stuhlwechsel hilft
- Gute Mundhygiene: Bakterien aus dem Mund können in die Lunge gelangen
- Ausreichend trinken: Verflüssigt das Sekret
- Grippe- und Pneumokokken-Impfung: Ärztlich empfohlen für Risikogruppen
Weitere wichtige Prophylaxen
Dehydrationsprophylaxe
Ältere Menschen haben oft kein ausreichendes Durstgefühl mehr – Flüssigkeitsmangel ist extrem häufig und führt zu Verwirrtheit, Kreislaufproblemen und Stürzen. Zielmenge: 1,5 bis 2 Liter pro Tag (ausgenommen bei ärztlich angeordneter Trinkmengenbegrenzung). Hilfreich: Trinkplan, Lieblingsgetränke bereitstellen, Schnabeltassen, regelmäßige Erinnerungen.
Obstipationsprophylaxe
Verstopfung ist bei Pflegebedürftigen extrem verbreitet – verursacht durch Bewegungsmangel, einseitige Ernährung, zu wenig Trinken und Medikamente. Hilfreich: Ballaststoffreiche Ernährung, ausreichend Flüssigkeit, regelmäßige Bewegung, Bauchmassage, feste Toilettenzeiten.
Soor- und Parotitisprophylaxe
Ein trockener Mund fördert Pilzinfektionen (Soor) und Entzündungen der Speicheldrüsen (Parotitis). Besonders bei Menschen, die wenig trinken oder wenig kauen. Hilfreich: Regelmäßige Mundpflege, Zähneputzen auch bei Bettlägerigen, Speichelfluss anregen (Kaugummi, saure Bonbons), feuchte Watte bei ausgetrockneten Lippen.
Was JUHI in der Prophylaxe leistet – und was nicht
An dieser Stelle ist uns wie immer die ehrliche Einordnung wichtig: Vieles in der Prophylaxe ist pflegerische oder medizinische Arbeit – das übernehmen wir von JUHI bewusst nicht. Unser Bereich ist die Haushalts- und Alltagshilfe, und genau dort leisten wir einen wichtigen, oft unterschätzten Beitrag zur Prophylaxe.
Was JUHI in der Prophylaxe leistet
- Gesunde Ernährung unterstützen: Wir kaufen ballaststoffreiche Lebensmittel ein, kochen ausgewogene Mahlzeiten – Grundlage für Obstipations- und Malnutritionsprophylaxe
- Flüssigkeitsaufnahme fördern: Regelmäßig Getränke anbieten, Lieblingsgetränke bereitstellen – wichtig gegen Dehydration und Thromboserisiko
- Sturzfallen beseitigen: Wohnung aufräumen, Teppichkanten sichern, Ordnung halten – praktische Sturzprophylaxe im Alltag
- Bewegung im Alltag: Gemeinsame Spaziergänge, Begleitung zu Terminen, Teilnahme am Alltag – wirkt gegen Dekubitus, Thrombose, Kontrakturen
- Geistige und soziale Anregung: Gesellschaft, Gespräche, Vorlesen – wichtig gegen Deprivation und Vereinsamung
- Entlastung der pflegenden Angehörigen: Wer entlastet ist, kann die medizinische Prophylaxe zuverlässiger durchführen
Was JUHI ausdrücklich NICHT macht
Die pflegerischen und medizinischen Kernaufgaben der Prophylaxe bleiben in der Hand von Pflegedienst, Angehörigen und Arzt:
| Übernimmt JUHI | Übernimmt Pflegedienst / Angehörige / Arzt |
|---|---|
| Einkaufen & Kochen ausgewogener Mahlzeiten | Lagerung, Umlagerung, Positionswechsel |
| Getränke anbieten, Flüssigkeit überwachen | Kompressionsstrümpfe an-/ausziehen |
| Wohnung aufräumen, Stolperfallen beseitigen | Thromboseprophylaxe-Spritzen |
| Spaziergänge und Alltagsbegleitung | Hautkontrolle, Wundversorgung |
| Soziale Anregung, Gesellschaft | Passive Bewegungsübungen, Physiotherapie |
| Hauswirtschaftliche Hygiene | Körperpflege, Mundpflege, Intimhygiene |
Mit anderen Worten: Wir von JUHI schaffen die Rahmenbedingungen, in denen Prophylaxe überhaupt zuverlässig funktionieren kann. Wer gut ernährt ist, genug trinkt, in einer aufgeräumten Wohnung lebt und regelmäßige Anregung bekommt, ist deutlich weniger anfällig für viele der beschriebenen Komplikationen. Bundesweit in über 30 Städten, direkte Kassenabrechnung, keine Vorkasse.
Unser Fazit: Prophylaxe ist Teamwork
Prophylaxe ist einer der wirkungsvollsten Hebel in der Pflege – und gleichzeitig einer, der oft unterschätzt wird. Wer die acht wichtigsten Prophylaxen kennt und konsequent umsetzt, kann Pflegebedürftigen jahrelang schwere Komplikationen ersparen.
Dabei ist Prophylaxe kein Ein-Personen-Job: Angehörige, Pflegedienst, Arzt, Physiotherapie und Haushaltshilfe müssen zusammenspielen. Jede Rolle ist wichtig, keine ersetzt die andere. Wir von JUHI tragen zur Prophylaxe bei, wo Alltag und Haushalt relevant sind – die pflegerischen und medizinischen Kernaufgaben bleiben in der Hand der Fachkräfte.
Der wichtigste Rat zum Schluss: Nutzen Sie die kostenlosen Pflegekurse Ihrer Krankenkasse. Dort lernen Sie die entscheidenden Handgriffe und gewinnen Sicherheit im Alltag. Und wenn im Haushalt oder bei der Alltagsunterstützung Entlastung nötig wird, sind wir von JUHI eine kurze Anfrage entfernt – direkt über die Pflegekasse abrechenbar.
Häufig gestellte Fragen
Welche Prophylaxen sind für pflegende Angehörige am wichtigsten?+
Die vier wichtigsten sind Dekubitusprophylaxe, Sturzprophylaxe, Thromboseprophylaxe und Pneumonieprophylaxe – sie decken die häufigsten und gefährlichsten Komplikationen ab. Je nach Situation kommen Dehydrationsprophylaxe und Obstipationsprophylaxe dazu.
Wie oft muss man einen bettlägerigen Menschen umlagern?+
Üblicherweise alle 2 bis 4 Stunden. Die genaue Frequenz hängt vom Hautzustand, der Matratze und dem individuellen Risiko ab. Bei Weichlagerungsmatratzen kann das Intervall länger sein. Sprechen Sie die Häufigkeit mit dem Pflegedienst ab.
Darf eine Haushaltshilfe Prophylaxe-Maßnahmen durchführen?+
Nur die nicht-pflegerischen Teile. Eine Haushaltshilfe – auch JUHI – kauft gesunde Lebensmittel ein, kocht ausgewogen, bietet Getränke an und räumt Stolperfallen weg. Das eigentliche Umlagern, Kompressionsstrümpfe anziehen, Hautkontrollen oder passive Bewegungsübungen sind pflegerische Aufgaben.
Gibt es kostenlose Pflegekurse für Prophylaxe?+
Ja. Nach § 45 SGB XI sind Pflegekassen verpflichtet, kostenlose Pflegekurse für Angehörige anzubieten – auch als individuelle Schulung zu Hause. Dort werden die wichtigsten Prophylaxen praktisch vermittelt. Einfach bei der Kasse anfragen.
Was ist der wichtigste Grundsatz in der Prophylaxe?+
Bewegung. Viele Prophylaxen wirken auf dieselbe Ursache: Bewegungsarmut. Jeder Schritt, jede Lageveränderung, jede aktive Bewegung schützt gleichzeitig vor Dekubitus, Thrombose, Pneumonie, Kontrakturen und Obstipation. Die zweitwichtigste Säule ist ausreichende Flüssigkeitsaufnahme.
Was tun, wenn die pflegebedürftige Person Prophylaxe ablehnt?+
Der Wille der pflegebedürftigen Person ist zu respektieren – auch wenn er den Pflegenden Sorgen macht. Zwangsmaßnahmen sind rechtlich nicht erlaubt. In solchen Fällen hilft oft ein offenes Gespräch, manchmal ein Kompromiss oder die Einbeziehung einer vertrauten Pflegefachkraft. Besonders am Lebensende kann Prophylaxe bewusst in den Hintergrund treten.
Quellen
- Deutsches Netzwerk für Qualitätsentwicklung in der Pflege (DNQP) – Expertenstandards
- § 45 SGB XI – Pflegekurse für Angehörige und ehrenamtliche Pflegepersonen
- § 14 SGB XI – Begriff der Pflegebedürftigkeit
- Bundesministerium für Gesundheit – Online-Ratgeber Pflege
- AOK PfiFf – Pflege in Familien fördern
- Medizinischer Dienst – Qualitätsinformationen zur Pflege
- GKV-Spitzenverband – Pflegeleistungen der Pflegeversicherung
- Zentrum für Qualität in der Pflege (ZQP) – Ratgeber für pflegende Angehörige
Wundliegen, Stürze, Thrombosen, Lungenentzündung, versteifende Gelenke – das sind die gefährlichsten und häufigsten Komplikationen, die pflegebedürftige Menschen treffen können. Die gute Nachricht: Viele lassen sich durch Prophylaxe verhindern. Die anspruchsvolle Nachricht: Prophylaxe bedeutet nicht „irgendwas Gutes tun", sondern gezielte Maßnahmen nach Expertenstandards, oft mehrmals täglich.
In diesem Artikel zeigen wir Ihnen, was Prophylaxe wirklich bedeutet, welche 8 Prophylaxen für pflegende Angehörige besonders relevant sind, wie Sie sie praktisch umsetzen – und wo klar die Grenze zu Pflegedienst und Arzt liegt. Wichtig vorab: Vieles in der Prophylaxe ist medizinisch-pflegerische Arbeit. Wir von JUHI können vieles unterstützen – durch Bewegung, Ernährung und Gesellschaft – aber die eigentlichen Pflegemaßnahmen bleiben Aufgabe von Fachkräften und pflegenden Angehörigen.
Das Wichtigste in Kürze
- ✓ Prophylaxe = gezielte Vorbeugung von typischen Pflegekomplikationen, basiert auf Expertenstandards
- ✓ Bewegung ist die wichtigste Maßnahme – wirkt gegen Dekubitus, Thrombose, Pneumonie und Kontrakturen gleichzeitig
- ✓ Dekubitus & Sturz sind die häufigsten vermeidbaren Komplikationen bei älteren Pflegebedürftigen
- ✓ Kostenlose Pflegekurse über die Krankenkasse – jeder pflegende Angehörige sollte sie nutzen
- ✓ Wille der pflegebedürftigen Person ist immer zu respektieren – keine Prophylaxe gegen den Willen
Was ist Prophylaxe in der Pflege?
Prophylaxe kommt aus dem Griechischen und bedeutet wörtlich „Vorbeugung". Im Pflegekontext steht das Wort für alle Maßnahmen, die verhindern sollen, dass aus bestehender Pflegebedürftigkeit weitere Komplikationen entstehen. Beispiel: Wer bettlägerig ist, hat ein hohes Risiko für Wundliegen (Dekubitus). Regelmäßiges Umlagern, Hautpflege und gezielte Bewegung sollen genau das verhindern.
Die Grundlage aller Prophylaxen bilden die Expertenstandards des Deutschen Netzwerks für Qualitätsentwicklung in der Pflege (DNQP). Dort ist wissenschaftlich fundiert festgelegt, welche Maßnahmen nachweislich wirksam sind. Profis wie Pflegefachkräfte orientieren sich daran – und auch pflegende Angehörige profitieren enorm vom Wissen dieser Standards.
💡 Kostenlose Pflegekurse nutzen
Krankenkassen sind gesetzlich verpflichtet, pflegenden Angehörigen kostenlose Pflegekurse anzubieten – auch individuell zu Hause. Dort lernen Sie die wichtigsten Prophylaxen praktisch. Fragen Sie gezielt bei Ihrer Kasse nach „Pflegekurs für Angehörige nach § 45 SGB XI".
Die 8 wichtigsten Prophylaxen im Überblick
Es gibt über ein Dutzend Prophylaxen in der Pflegelehre – manche sind sehr speziell. Diese acht sollten pflegende Angehörige unbedingt kennen:
| Prophylaxe | Vorbeugt gegen | Für wen besonders wichtig? |
|---|---|---|
| Dekubitusprophylaxe | Wundliegen, Druckgeschwüre | Bettlägerige, stark bewegungseingeschränkte Menschen |
| Sturzprophylaxe | Stürze und Folgeverletzungen | Ältere Menschen mit Gangunsicherheit |
| Thromboseprophylaxe | Blutgerinnsel in den Venen | Bettlägerige, nach Operationen |
| Kontrakturprophylaxe | Gelenkversteifungen | Bettlägerige, Rollstuhlfahrende |
| Pneumonieprophylaxe | Lungenentzündung | Ältere, bettlägerige Menschen |
| Dehydrationsprophylaxe | Flüssigkeitsmangel | Ältere Menschen, Demenz |
| Obstipationsprophylaxe | Verstopfung | Bewegungseingeschränkte, Medikamente |
| Mundsoor- und Parotitisprophylaxe | Pilzinfektionen im Mund | Menschen, die wenig trinken/essen |
Fast alle Prophylaxen haben einen gemeinsamen Kern: Bewegung, ausreichende Flüssigkeit und gute Ernährung. Wer diese drei Grundpfeiler sicherstellt, wirkt gegen die meisten Risiken gleichzeitig.
Dekubitusprophylaxe: Wundliegen verhindern
Ein Dekubitus (Druckgeschwür) entsteht, wenn anhaltender Druck auf eine Körperstelle die Durchblutung unterbricht. Besonders gefährdet: Stellen, an denen Knochen direkt unter der Haut liegen – Steißbein, Fersen, Hüften, Schulterblätter, Hinterkopf. Bei bettlägerigen Menschen können sich Dekubitus-Wunden innerhalb weniger Stunden entwickeln.
Die wichtigsten Maßnahmen
- Regelmäßige Druckentlastung: Bei bettlägerigen Menschen Positionswechsel alle 2 bis 4 Stunden
- Druckverteilende Hilfsmittel: Weichlagerungsmatratze, Spezialauflagen, Kissen
- Bewegung fördern: Jede selbstständige Bewegung schützt – auch kleinste Umlagerungen helfen
- Sorgfältige Hautpflege: Trocken halten, sanft eincremen, keine aggressiven Seifen
- Hautbeobachtung: Tägliche Kontrolle gefährdeter Stellen – Rötungen sind Warnzeichen
- Eiweißreiche Ernährung: Unterstützt den Hautaufbau, wirkt vorbeugend
⚠️ Hände weg von Hausmitteln
Vaseline, Melkfett, Zinkpaste – alles ungeeignet für die Dekubitusprophylaxe. Diese Mittel verstopfen die Poren oder trocknen die Haut aus. Bei Unsicherheit: Immer erst mit Pflegedienst oder Arzt sprechen.
Sturzprophylaxe: Häufigste Unfallursache bei Senioren
Stürze sind die Hauptursache für schwere Verletzungen im Alter. Ein Oberschenkelhalsbruch bedeutet oft den Wendepunkt hin zu dauerhafter Pflegebedürftigkeit. Wer einmal gestürzt ist, entwickelt außerdem schnell Sturzangst – und wird noch unsicherer. Ein Teufelskreis, den es zu durchbrechen gilt.
Mehr Details dazu finden Sie in unserem Ratgeber zu Sturzprophylaxe-Maßnahmen. Die wichtigsten Eckpunkte:
- Stolperfallen beseitigen: Teppichkanten, Kabel, rutschige Böden, schlechte Beleuchtung
- Hilfsmittel bereitstellen: Rollator, Haltegriffe, Badewannenlift, rutschfeste Matten
- Geeignetes Schuhwerk: Feste, rutschfeste Sohle, flach, gut sitzend
- Medikamente überprüfen: Blutdrucksenker und Beruhigungsmittel erhöhen Sturzrisiko
- Kraft- und Balance-Training: Gezielte Übungen stärken Muskeln und Gleichgewicht
- Sehhilfen und Hörgeräte: Gute Sensorik reduziert Sturzrisiko erheblich
Thromboseprophylaxe: Blutgerinnsel vermeiden
Eine Thrombose ist ein Blutgerinnsel, das ein Gefäß verstopft – meistens in den tiefen Beinvenen. Die gefährlichste Komplikation: Das Gerinnsel löst sich und wandert zur Lunge (Lungenembolie) – ein medizinischer Notfall. Besonders gefährdet sind bettlägerige Menschen, frisch Operierte und Personen mit Krebserkrankungen oder Herzproblemen.
Die wichtigsten Maßnahmen
- Regelmäßige Bewegung: Schon 5 Minuten Bewegung pro Stunde reduziert das Risiko erheblich
- Beinvenengymnastik: Im Liegen Füße kreisen, Zehen bewegen – aktiviert die Muskelpumpe
- Kompressionsstrümpfe: Anti-Thrombose-Strümpfe – Anziehen und Ausziehen ist Behandlungspflege
- Ausreichend trinken: Verdünnt das Blut, reduziert Gerinnungsneigung
- Medikamentöse Prophylaxe: Thrombosespritzen bei erhöhtem Risiko – ärztlich verordnet
- Hochlagerung der Beine: Unterstützt den venösen Rückfluss
Pflegegrad vorhanden?
Dann stehen Ihnen bis zu 13 Std. monatliche Hilfe zu!
Hier geht es zum RechnerKontrakturprophylaxe: Gelenke beweglich halten
Eine Kontraktur ist eine dauerhafte Gelenkversteifung durch Schrumpfung von Muskeln, Sehnen und Gelenkkapseln. Wer sich nicht mehr bewegt, verliert Beweglichkeit – manchmal innerhalb weniger Wochen. Besonders tückisch: der „Spitzfuß" bei Bettlägerigen, bei dem der Fuß in Streckstellung verharrt und selbst bei ausreichender Mobilität später das Gehen verhindert.
Die wichtigsten Maßnahmen
- Aktive Bewegung fördern: Alles selbst bewegen, was möglich ist
- Passive Bewegungsübungen: Pflegekraft oder Physiotherapeut bewegt Gelenke vorsichtig durch
- Lagerung in physiologischer Stellung: Füße in 90-Grad-Stellung halten – Anti-Spitzfuß-Lagerung
- Ergotherapie und Physiotherapie: Ärztlich verordnet, von den Kassen übernommen
- Bei Schmerzen stoppen: Gelenke niemals gegen starken Widerstand oder bei Schmerzen bewegen
Pneumonieprophylaxe: Lungenentzündung vorbeugen
Lungenentzündungen gehören zu den häufigsten Todesursachen bei älteren Pflegebedürftigen. Vor allem flach liegende, bewegungsarme Menschen atmen oft zu flach – Sekret sammelt sich in der Lunge und bietet Bakterien idealen Nährboden.
Die wichtigsten Maßnahmen
- Atemübungen: Tiefes Durchatmen, Seifenblasen pusten, Atemtherapiegeräte
- Aufrechte Lagerung: Oberkörper möglichst hoch, mindestens zum Essen und Trinken
- Mobilisation: Jeder Gang an die frische Luft, jeder Stuhlwechsel hilft
- Gute Mundhygiene: Bakterien aus dem Mund können in die Lunge gelangen
- Ausreichend trinken: Verflüssigt das Sekret
- Grippe- und Pneumokokken-Impfung: Ärztlich empfohlen für Risikogruppen
Weitere wichtige Prophylaxen
Dehydrationsprophylaxe
Ältere Menschen haben oft kein ausreichendes Durstgefühl mehr – Flüssigkeitsmangel ist extrem häufig und führt zu Verwirrtheit, Kreislaufproblemen und Stürzen. Zielmenge: 1,5 bis 2 Liter pro Tag (ausgenommen bei ärztlich angeordneter Trinkmengenbegrenzung). Hilfreich: Trinkplan, Lieblingsgetränke bereitstellen, Schnabeltassen, regelmäßige Erinnerungen.
Obstipationsprophylaxe
Verstopfung ist bei Pflegebedürftigen extrem verbreitet – verursacht durch Bewegungsmangel, einseitige Ernährung, zu wenig Trinken und Medikamente. Hilfreich: Ballaststoffreiche Ernährung, ausreichend Flüssigkeit, regelmäßige Bewegung, Bauchmassage, feste Toilettenzeiten.
Soor- und Parotitisprophylaxe
Ein trockener Mund fördert Pilzinfektionen (Soor) und Entzündungen der Speicheldrüsen (Parotitis). Besonders bei Menschen, die wenig trinken oder wenig kauen. Hilfreich: Regelmäßige Mundpflege, Zähneputzen auch bei Bettlägerigen, Speichelfluss anregen (Kaugummi, saure Bonbons), feuchte Watte bei ausgetrockneten Lippen.
Was JUHI in der Prophylaxe leistet – und was nicht
An dieser Stelle ist uns wie immer die ehrliche Einordnung wichtig: Vieles in der Prophylaxe ist pflegerische oder medizinische Arbeit – das übernehmen wir von JUHI bewusst nicht. Unser Bereich ist die Haushalts- und Alltagshilfe, und genau dort leisten wir einen wichtigen, oft unterschätzten Beitrag zur Prophylaxe.
Was JUHI in der Prophylaxe leistet
- Gesunde Ernährung unterstützen: Wir kaufen ballaststoffreiche Lebensmittel ein, kochen ausgewogene Mahlzeiten – Grundlage für Obstipations- und Malnutritionsprophylaxe
- Flüssigkeitsaufnahme fördern: Regelmäßig Getränke anbieten, Lieblingsgetränke bereitstellen – wichtig gegen Dehydration und Thromboserisiko
- Sturzfallen beseitigen: Wohnung aufräumen, Teppichkanten sichern, Ordnung halten – praktische Sturzprophylaxe im Alltag
- Bewegung im Alltag: Gemeinsame Spaziergänge, Begleitung zu Terminen, Teilnahme am Alltag – wirkt gegen Dekubitus, Thrombose, Kontrakturen
- Geistige und soziale Anregung: Gesellschaft, Gespräche, Vorlesen – wichtig gegen Deprivation und Vereinsamung
- Entlastung der pflegenden Angehörigen: Wer entlastet ist, kann die medizinische Prophylaxe zuverlässiger durchführen
Was JUHI ausdrücklich NICHT macht
Die pflegerischen und medizinischen Kernaufgaben der Prophylaxe bleiben in der Hand von Pflegedienst, Angehörigen und Arzt:
| Übernimmt JUHI | Übernimmt Pflegedienst / Angehörige / Arzt |
|---|---|
| Einkaufen & Kochen ausgewogener Mahlzeiten | Lagerung, Umlagerung, Positionswechsel |
| Getränke anbieten, Flüssigkeit überwachen | Kompressionsstrümpfe an-/ausziehen |
| Wohnung aufräumen, Stolperfallen beseitigen | Thromboseprophylaxe-Spritzen |
| Spaziergänge und Alltagsbegleitung | Hautkontrolle, Wundversorgung |
| Soziale Anregung, Gesellschaft | Passive Bewegungsübungen, Physiotherapie |
| Hauswirtschaftliche Hygiene | Körperpflege, Mundpflege, Intimhygiene |
Mit anderen Worten: Wir von JUHI schaffen die Rahmenbedingungen, in denen Prophylaxe überhaupt zuverlässig funktionieren kann. Wer gut ernährt ist, genug trinkt, in einer aufgeräumten Wohnung lebt und regelmäßige Anregung bekommt, ist deutlich weniger anfällig für viele der beschriebenen Komplikationen. Bundesweit in über 30 Städten, direkte Kassenabrechnung, keine Vorkasse.
Unser Fazit: Prophylaxe ist Teamwork
Prophylaxe ist einer der wirkungsvollsten Hebel in der Pflege – und gleichzeitig einer, der oft unterschätzt wird. Wer die acht wichtigsten Prophylaxen kennt und konsequent umsetzt, kann Pflegebedürftigen jahrelang schwere Komplikationen ersparen.
Dabei ist Prophylaxe kein Ein-Personen-Job: Angehörige, Pflegedienst, Arzt, Physiotherapie und Haushaltshilfe müssen zusammenspielen. Jede Rolle ist wichtig, keine ersetzt die andere. Wir von JUHI tragen zur Prophylaxe bei, wo Alltag und Haushalt relevant sind – die pflegerischen und medizinischen Kernaufgaben bleiben in der Hand der Fachkräfte.
Der wichtigste Rat zum Schluss: Nutzen Sie die kostenlosen Pflegekurse Ihrer Krankenkasse. Dort lernen Sie die entscheidenden Handgriffe und gewinnen Sicherheit im Alltag. Und wenn im Haushalt oder bei der Alltagsunterstützung Entlastung nötig wird, sind wir von JUHI eine kurze Anfrage entfernt – direkt über die Pflegekasse abrechenbar.
Häufig gestellte Fragen
Welche Prophylaxen sind für pflegende Angehörige am wichtigsten?+
Die vier wichtigsten sind Dekubitusprophylaxe, Sturzprophylaxe, Thromboseprophylaxe und Pneumonieprophylaxe – sie decken die häufigsten und gefährlichsten Komplikationen ab. Je nach Situation kommen Dehydrationsprophylaxe und Obstipationsprophylaxe dazu.
Wie oft muss man einen bettlägerigen Menschen umlagern?+
Üblicherweise alle 2 bis 4 Stunden. Die genaue Frequenz hängt vom Hautzustand, der Matratze und dem individuellen Risiko ab. Bei Weichlagerungsmatratzen kann das Intervall länger sein. Sprechen Sie die Häufigkeit mit dem Pflegedienst ab.
Darf eine Haushaltshilfe Prophylaxe-Maßnahmen durchführen?+
Nur die nicht-pflegerischen Teile. Eine Haushaltshilfe – auch JUHI – kauft gesunde Lebensmittel ein, kocht ausgewogen, bietet Getränke an und räumt Stolperfallen weg. Das eigentliche Umlagern, Kompressionsstrümpfe anziehen, Hautkontrollen oder passive Bewegungsübungen sind pflegerische Aufgaben.
Gibt es kostenlose Pflegekurse für Prophylaxe?+
Ja. Nach § 45 SGB XI sind Pflegekassen verpflichtet, kostenlose Pflegekurse für Angehörige anzubieten – auch als individuelle Schulung zu Hause. Dort werden die wichtigsten Prophylaxen praktisch vermittelt. Einfach bei der Kasse anfragen.
Was ist der wichtigste Grundsatz in der Prophylaxe?+
Bewegung. Viele Prophylaxen wirken auf dieselbe Ursache: Bewegungsarmut. Jeder Schritt, jede Lageveränderung, jede aktive Bewegung schützt gleichzeitig vor Dekubitus, Thrombose, Pneumonie, Kontrakturen und Obstipation. Die zweitwichtigste Säule ist ausreichende Flüssigkeitsaufnahme.
Was tun, wenn die pflegebedürftige Person Prophylaxe ablehnt?+
Der Wille der pflegebedürftigen Person ist zu respektieren – auch wenn er den Pflegenden Sorgen macht. Zwangsmaßnahmen sind rechtlich nicht erlaubt. In solchen Fällen hilft oft ein offenes Gespräch, manchmal ein Kompromiss oder die Einbeziehung einer vertrauten Pflegefachkraft. Besonders am Lebensende kann Prophylaxe bewusst in den Hintergrund treten.
Quellen
- Deutsches Netzwerk für Qualitätsentwicklung in der Pflege (DNQP) – Expertenstandards
- § 45 SGB XI – Pflegekurse für Angehörige und ehrenamtliche Pflegepersonen
- § 14 SGB XI – Begriff der Pflegebedürftigkeit
- Bundesministerium für Gesundheit – Online-Ratgeber Pflege
- AOK PfiFf – Pflege in Familien fördern
- Medizinischer Dienst – Qualitätsinformationen zur Pflege
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