Fragenkatalog Pflegegrad: Diese Fragen stellt der Gutachter wirklich


Inhaltsverzeichnis âČ
- Das Wichtigste in KĂŒrze
- So lÀuft die Begutachtung ab
- Modul 1: MobilitÀt
- Modul 2: Kognition
- Modul 3: Verhalten und Psyche
- Modul 4: Selbstversorgung
- Modul 5: Krankheit und Therapie
- Modul 6: Alltagsleben
- 7 Tipps fĂŒr die Begutachtung
- So hilft JUHI nach dem Pflegegrad
- HĂ€ufig gestellte Fragen
- Quellen
Die Begutachtung durch den Medizinischen Dienst entscheidet ĂŒber Ihren Pflegegrad â und damit ĂŒber hunderte Euro monatlich. Doch viele Familien gehen unvorbereitet in den Termin und verschenken Punkte. Der Grund: Sie wissen nicht, welche Fragen kommen.
In diesem Artikel finden Sie den kompletten Fragenkatalog aller 6 Module â die Fragen, die der Gutachter wirklich stellt, mit ErklĂ€rung, worauf es bei jeder Antwort ankommt. Plus: Eine druckbare PDF-Checkliste zum Herunterladen.
Das Wichtigste in KĂŒrze
- â 6 Module mit insgesamt ĂŒber 60 Einzelfragen â alle hier aufgelistet
- â Modul 4 (Selbstversorgung) wiegt am schwersten (40 %) â hier fallen die meisten Punkte
- â Bewertung: 0 = selbststĂ€ndig, 1 = ĂŒberwiegend selbststĂ€ndig, 2 = ĂŒberwiegend unselbststĂ€ndig, 3 = unselbststĂ€ndig
- â Vorbereitung entscheidet: Wer den schlechtesten Tag schildert und ein Pflegetagebuch fĂŒhrt, bekommt den fairen Pflegegrad
- â PDF-Checkliste zum Ausdrucken und Vorbereiten â kostenlos zum Download
So lÀuft die Begutachtung ab
Der Gutachter vom Medizinischen Dienst kommt nach Hause (Dauer: ca. 60â90 Minuten) und prĂŒft die SelbststĂ€ndigkeit in 6 Lebensbereichen (Modulen). Er stellt Fragen, beobachtet und fĂŒhrt kurze Praxistests durch. Am Ende ergibt sich eine Punktzahl â und daraus der Pflegegrad:
| Pflegegrad | Punkte | BeeintrÀchtigung |
|---|---|---|
| PG 1 | 12,5 â 26,9 | Geringe |
| PG 2 | 27 â 47,4 | Erhebliche |
| PG 3 | 47,5 â 69,9 | Schwere |
| PG 4 | 70 â 89,9 | Schwerste |
| PG 5 | 90 â 100 | Schwerste mit besonderen Anforderungen |
Modul 1: MobilitÀt (10 % Gewichtung)
Der Gutachter prĂŒft, wie selbststĂ€ndig sich die Person bewegen kann. Jedes Kriterium wird mit 0â3 Punkten bewertet.
| # | Frage des Gutachters | Was er wirklich wissen will |
|---|---|---|
| 1.1 | âKönnen Sie sich im Bett umdrehen und aufsetzen?" | Positionswechsel: Drehen, Aufsetzen, an den Bettrand gelangen â allein oder nur mit Hilfe? |
| 1.2 | âKönnen Sie aufrecht sitzen, ohne sich festzuhalten?" | Stabile Sitzposition: Kippt die Person zur Seite? Braucht sie StĂŒtze? |
| 1.3 | âKönnen Sie vom Bett in einen Stuhl oder auf die Toilette wechseln?" | Umsetzen: Transfer zwischen Bett, Rollstuhl, Toilette â allein, mit Hilfe oder gar nicht? |
| 1.4 | âKönnen Sie sich in der Wohnung von Raum zu Raum bewegen?" | Fortbewegen: Zu FuĂ, mit Rollator, mit Rollstuhl? Braucht die Person Begleitung? |
| 1.5 | âKönnen Sie eine Treppe (Stockwerk) steigen?" | Treppensteigen: Allein, am GelĂ€nder, nur mit Hilfe oder gar nicht? |
â ïž HĂ€ufiger Fehler: âIch schaffe das schon"
Viele pflegebedĂŒrftige Menschen spielen ihre EinschrĂ€nkungen herunter â aus Stolz oder Gewohnheit. Sagen Sie nicht: âIch komme schon zurecht." Sagen Sie: âIch brauche Hilfe beim Aufstehen, und wenn niemand da ist, bleibe ich im Bett." Der Gutachter kann nur bewerten, was er hört und sieht.
Modul 2: Kognitive und kommunikative FĂ€higkeiten (15 %, kombiniert mit Modul 3)
| # | Frage des Gutachters | Was er wirklich wissen will |
|---|---|---|
| 2.1 | âErkennen Sie Ihre Familienangehörigen?" | Personen erkennen: WeiĂ die Person, wer vor ihr steht? |
| 2.2 | âWissen Sie, wo Sie sich gerade befinden?" | Ărtliche Orientierung: Eigene Wohnung? Stadt? Stockwerk? |
| 2.3 | âWelcher Tag ist heute? Welcher Monat? Welche Jahreszeit?" | Zeitliche Orientierung: Tageszeit, Wochentag, Monat, Jahr |
| 2.4 | âWas haben Sie heute Morgen gefrĂŒhstĂŒckt?" | Erinnern an wesentliche Ereignisse: KurzzeitgedĂ€chtnis |
| 2.5 | âKönnen Sie mir erklĂ€ren, wie Sie sich Kaffee machen?" | Steuern von Alltagshandlungen: Mehrstufige AblĂ€ufe planen |
| 2.6 | âWas wĂŒrden Sie anziehen, wenn es drauĂen regnet?" | Treffen von Entscheidungen: AlltĂ€gliche Wahlmöglichkeiten |
| 2.7 | âHaben Sie verstanden, warum ich heute hier bin?" | Verstehen von Sachverhalten: Kann die Person Informationen aufnehmen? |
| 2.8 | âWas tun Sie, wenn es an der TĂŒr klingelt und Sie niemanden erwarten?" | Erkennen von Risiken und Gefahren: Herd, Verkehr, Fremde |
| 2.9 | âKönnen Sie mir sagen, wenn Sie Schmerzen haben oder Hunger?" | Mitteilen elementarer BedĂŒrfnisse: Hunger, Durst, Schmerz |
| 2.10 | âKönnen Sie mir von Ihrem letzten Geburtstag erzĂ€hlen?" | Beteiligen an einem GesprĂ€ch: Dialog fĂŒhren, auf Fragen antworten |
Modul 3: Verhaltensweisen und psychische Problemlagen (15 %, kombiniert mit Modul 2)
Hier fragt der Gutachter meist die Angehörigen â nicht die betroffene Person selbst. Die Frage lautet immer: Wie hĂ€ufig tritt das Verhalten auf? (nie / selten / mehrmals wöchentlich / tĂ€glich)
| # | Frage an die Angehörigen | Beispiele |
|---|---|---|
| 3.1 | âZeigt Ihr Angehöriger motorische Unruhe?" | Zielloses Umherlaufen, Nesteln, Zupfen an Kleidung |
| 3.2 | âGibt es nĂ€chtliche Unruhe?" | Aufstehen nachts, Umherirren, Schreien, Licht anmachen |
| 3.3 | âGibt es selbstschĂ€digendes Verhalten?" | Sich kratzen bis es blutet, Essen verweigern, Medikamente ablehnen |
| 3.4 | âWerden GegenstĂ€nde beschĂ€digt?" | ZerreiĂen, Werfen, Zerstören von Dingen |
| 3.5 | âGibt es körperliche Aggression?" | Schlagen, Treten, BeiĂen gegenĂŒber Pflegepersonen |
| 3.6 | âGibt es verbale Aggression?" | Schreien, Beschimpfen, Drohen |
| 3.7 | âWerden PflegemaĂnahmen abgelehnt?" | Waschen verweigern, Medikamente ausspucken, Inkontinenzversorgung ablehnen |
| 3.8 | âGibt es Wahnvorstellungen oder Halluzinationen?" | Stimmen hören, Personen sehen, Verfolgungsideen |
| 3.9 | âGibt es ausgeprĂ€gte Ăngste?" | Angst vor dem Alleinsein, vor StĂŒrzen, vor Dunkelheit |
| 3.10 | âZeigt Ihr Angehöriger Antriebslosigkeit oder depressive Stimmung?" | RĂŒckzug, Apathie, Hoffnungslosigkeit, weint oft |
| 3.11 | âGibt es sozial unangemessenes Verhalten?" | Distanzlosigkeit, Entkleiden in Gesellschaft, unangemessene ĂuĂerungen |
đĄ NĂ€chtliche Unruhe nicht vergessen
NĂ€chtliche Unruhe (3.2) ist einer der am hĂ€ufigsten vergessenen Punkte. Wenn die pflegebedĂŒrftige Person 2â3Ă pro Woche nachts aufwacht und Hilfe braucht, bringt das erhebliche Punkte in Modul 3. Viele Angehörige erwĂ€hnen es nicht, weil es fĂŒr sie ânormal" geworden ist.
Pflegegrad vorhanden?
Dann stehen Ihnen bis zu 13 Std. monatliche Hilfe zu!
Hier geht es zum RechnerModul 4: Selbstversorgung (40 % Gewichtung) â Das wichtigste Modul
| # | Frage des Gutachters | Worauf es ankommt |
|---|---|---|
| Körperpflege | ||
| 4.1 | âKönnen Sie sich den Oberkörper alleine waschen?" | Vorderen Oberkörper: Gesicht, Hals, Arme, Achseln, Brust |
| 4.2 | âKönnen Sie sich kĂ€mmen und rasieren?" | Auch: Haare waschen, Frisur richten, Bart rasieren |
| 4.3 | âKönnen Sie Ihre ZĂ€hne alleine putzen?" | Mundpflege: ZĂ€hne, Zahnprothese, MundspĂŒlung |
| 4.4 | âKönnen Sie sich alleine duschen oder baden?" | Ganzkörperpflege: Duschen, Baden, Abtrocknen |
| 4.5 | âKönnen Sie sich den Intimbereich alleine waschen?" | Intimpflege: Unangenehm, aber entscheidend â ehrlich antworten |
| An- und Auskleiden | ||
| 4.6 | âKönnen Sie sich den Oberkörper alleine anziehen?" | Hemd, Pullover, BH â Knöpfe, ReiĂverschlĂŒsse |
| 4.7 | âKönnen Sie sich den Unterkörper alleine anziehen?" | Hose, Socken, Schuhe, KompressionsstrĂŒmpfe |
| ErnÀhrung | ||
| 4.8 | âKönnen Sie Ihr Essen mundgerecht zubereiten?" | Brot schmieren, Fleisch schneiden, Obst schĂ€len â nicht Kochen! |
| 4.9 | âKönnen Sie alleine essen?" | Besteck nutzen, zum Mund fĂŒhren, Kauen und Schlucken |
| 4.10 | âKönnen Sie alleine trinken?" | Glas halten, zum Mund fĂŒhren, ausreichend trinken |
| Ausscheidung | ||
| 4.11 | âKönnen Sie die Toilette alleine benutzen?" | Hinsetzen, Aufstehen, Kleidung öffnen/schlieĂen, reinigen |
| 4.12 | âGibt es Probleme mit der Harnkontinenz?" | Inkontinenz: HĂ€ufigkeit, Art (Drang, Belastung), Hilfsmittel |
| 4.13 | âGibt es Probleme mit der Stuhlkontinenz?" | Stuhlinkontinenz: HĂ€ufigkeit, Versorgung (Einlagen, Stoma) |
â ïž Inkontinenz nicht verschweigen
Inkontinenz ist das Thema, das am hĂ€ufigsten verschwiegen oder verharmlost wird â aus Scham. Aber Inkontinenzversorgung bringt erhebliche Punkte in Modul 4. Wenn regelmĂ€Ăig Einlagen gewechselt oder Kleidung gereinigt werden muss, gehört das in die Begutachtung.
Modul 5: BewÀltigung von krankheitsbedingten Anforderungen (20 %)
Hier zĂ€hlt die HĂ€ufigkeit von MaĂnahmen â je öfter, desto mehr Punkte:
| # | Frage des Gutachters | Worauf es ankommt |
|---|---|---|
| 5.1 | âWelche Medikamente werden genommen und wie oft?" | Richten, Einteilen, Einnehmen â Tabletten, Tropfen, Insulin, Spritzen |
| 5.2 | âGibt es regelmĂ€Ăige Verbandswechsel?" | Wundversorgung, Dekubitus-Pflege, KompressionsverbĂ€nde |
| 5.3 | âWie oft gehen Sie zum Arzt?" | RegelmĂ€Ăige Arztbesuche, Begleitung nötig? Wie viele Ărzte? |
| 5.4 | âGibt es Therapien zu Hause?" | Physiotherapie, Ergotherapie, LogopĂ€die â wie oft pro Woche? |
| 5.5 | âMĂŒssen KompressionsstrĂŒmpfe an- und ausgezogen werden?" | Oft vergessen â bringt regelmĂ€Ăige Punkte (2Ă tĂ€glich = erheblich) |
| 5.6 | âGibt es besondere ErnĂ€hrungsanforderungen?" | DiĂ€t (Diabetes), FlĂŒssigkeitskontrolle, Sondenkost |
| 5.7 | âWerden Blutzucker, Blutdruck oder andere Werte kontrolliert?" | Selbstmessung oder Hilfe nötig? Wie oft? |
Modul 6: Gestaltung des Alltagslebens und sozialer Kontakte (15 %)
| # | Frage des Gutachters | Worauf es ankommt |
|---|---|---|
| 6.1 | âWie sieht ein typischer Tag bei Ihnen aus?" | Gestaltung des Tagesablaufs: Gibt es Struktur oder verbringt die Person den Tag im Bett/Sessel? |
| 6.2 | âKönnen Sie selbststĂ€ndig zu Bett gehen und aufstehen?" | Ruhen und Schlafen: Schlaf-Wach-Rhythmus, nĂ€chtliche UnterstĂŒtzung |
| 6.3 | âWie beschĂ€ftigen Sie sich tagsĂŒber?" | Sich beschĂ€ftigen: Findet die Person selbst BeschĂ€ftigung oder braucht sie Anregung? |
| 6.4 | âKönnen Sie noch selbst planen â z. B. einen Arzttermin?" | Zukunftsplanung: Termine, Finanzen, gröĂere Entscheidungen |
| 6.5 | âHaben Sie noch regelmĂ€Ăig Kontakt zu anderen Menschen?" | Interaktion mit Personen: Kontakte im direkten Umfeld |
| 6.6 | âKönnen Sie das Haus verlassen und Freunde besuchen?" | Kontaktpflege auĂerhalb: Kann die Person soziale Kontakte auĂerhalb pflegen? |
7 Tipps fĂŒr die Begutachtung
- 1Den schlechtesten Tag schildern: Nicht den Tag, an dem es zufĂ€llig gut lĂ€uft. Der Gutachter sieht einen Moment â Sie leben den Alltag.
- 2Pflegetagebuch fĂŒhren: 2â4 Wochen lang dokumentieren, was alleine geht und wo Hilfe nötig ist. Das PDF zum Herunterladen hilft dabei.
- 3Angehörige mĂŒssen dabei sein: Sie kennen den Alltag besser als der PflegebedĂŒrftige selbst â und korrigieren Verharmlosungen.
- 4Arztberichte bereitlegen: Diagnosen, Medikamentenlisten, Therapieberichte â alles, was den Pflegebedarf belegt.
- 5Nicht aufrĂ€umen: Zeigen Sie den Alltag, wie er wirklich ist â nicht die Sonntagsversion.
- 6Nachts und psychische Belastung erwĂ€hnen: Schlafstörungen, nĂ€chtliche Unruhe, Depression â wird am hĂ€ufigsten vergessen.
- 7Bei zu niedrigem Ergebnis: Widerspruch innerhalb von 4 Wochen. Gutachten anfordern und Modul fĂŒr Modul prĂŒfen.
đĄ Vorab einschĂ€tzen
Mit dem Pflegegradrechner können Sie vorab einschÀtzen, welcher Pflegegrad wahrscheinlich ist. Wer Hilfe beim Antrag braucht, findet bei Afilio eine kostenlose Anleitung.
So hilft JUHI nach dem Pflegegrad
Sobald der Pflegegrad steht, können Sie sofort professionelle Hilfe im Alltag und Haushalt in Anspruch nehmen. Bei JUHI sind wir seit ĂŒber 8 Jahren von allen Pflegekassen anerkannt â bundesweit in ĂŒber 30 StĂ€dten, darunter Berlin, Köln, Augsburg und Leipzig. Das sind bei JUHI bis zu 13 volle Stunden Hilfe pro Monat â Fenster putzen, Saugen, Einkaufen, Gardinen aufhĂ€ngen, Begleitung und Gesellschaft. Unser Stundensatz betrĂ€gt 32,75 âŹ* inkl. sĂ€mtlicher Kosten. Bei gesetzlicher Versicherung entstehen keine Eigenkosten.
Eine kurze Anfrage genĂŒgt, und wir klĂ€ren telefonisch, welche Stunden Ihnen ĂŒber die Pflegekasse zustehen. Ihren genauen Stundenanspruch können Sie vorab im JUHI-Rechner berechnen.
HĂ€ufig gestellte Fragen
Wie lange dauert die Begutachtung?+
In der Regel 60â90 Minuten. Der Gutachter geht alle 6 Module durch, stellt Fragen, beobachtet und fĂŒhrt kurze Tests durch. Nehmen Sie sich genug Zeit und lassen Sie sich nicht hetzen.
Welches Modul ist am wichtigsten?+
Modul 4 (Selbstversorgung) mit 40 % Gewichtung. Alles rund um Waschen, Anziehen, Essen und Toilette zĂ€hlt am meisten. Danach Modul 5 (Krankheit) mit 20 % â Medikamente, Therapien und Arztbesuche.
Muss ich die Fragen auswendig kennen?+
Nein. Der Gutachter fĂŒhrt das GesprĂ€ch. Aber wenn Sie die Fragen kennen, können Sie sich gezielt vorbereiten â und nichts vergessen. Nutzen Sie die PDF-Checkliste zum Ausdrucken.
Was passiert, wenn der Pflegegrad abgelehnt wird?+
Widerspruch einlegen â innerhalb von 4 Wochen, per Brief an die Pflegekasse. Gutachten anfordern und Modul fĂŒr Modul mit dem tatsĂ€chlichen Alltag vergleichen. Rund ein Drittel aller WidersprĂŒche ist erfolgreich.
Darf der Gutachter in mein Schlafzimmer?+
Nein, der Gutachter hat kein Durchsuchungsrecht. Er darf sich aber die Wohnsituation anschauen â Badezimmer, Hilfsmittel, Treppen. Das hilft bei der EinschĂ€tzung. Sie dĂŒrfen jederzeit RĂ€ume ausschlieĂen.
Kann ich die Begutachtung verschieben?+
Ja. Wenn der angekĂŒndigte Termin ungĂŒnstig ist (z. B. kein Angehöriger anwesend), können Sie beim Medizinischen Dienst anrufen und verschieben. Das ist Ihr gutes Recht und verzögert das Verfahren nur minimal.
Quellen
- § 15 SGB XI â Ermittlung des Grades der PflegebedĂŒrftigkeit
- § 14 SGB XI â Begriff der PflegebedĂŒrftigkeit
- Medizinischer Dienst â Pflegebegutachtung
- Medizinischer Dienst â Begutachtungsrichtlinien (BRi)
- Bundesministerium fĂŒr Gesundheit â PflegebedĂŒrftigkeit
- GKV-Spitzenverband â Pflegeleistungen
- Verbraucherzentrale â Pflege zu Hause: Leistungen im Ăberblick
- Bekanntmachung der ab 1.1.2025 geltenden LeistungsbetrÀge
*In bestimmten BundeslÀndern ist der Preis etwas niedriger.
Die Begutachtung durch den Medizinischen Dienst entscheidet ĂŒber Ihren Pflegegrad â und damit ĂŒber hunderte Euro monatlich. Doch viele Familien gehen unvorbereitet in den Termin und verschenken Punkte. Der Grund: Sie wissen nicht, welche Fragen kommen.
In diesem Artikel finden Sie den kompletten Fragenkatalog aller 6 Module â die Fragen, die der Gutachter wirklich stellt, mit ErklĂ€rung, worauf es bei jeder Antwort ankommt. Plus: Eine druckbare PDF-Checkliste zum Herunterladen.
Das Wichtigste in KĂŒrze
- â 6 Module mit insgesamt ĂŒber 60 Einzelfragen â alle hier aufgelistet
- â Modul 4 (Selbstversorgung) wiegt am schwersten (40 %) â hier fallen die meisten Punkte
- â Bewertung: 0 = selbststĂ€ndig, 1 = ĂŒberwiegend selbststĂ€ndig, 2 = ĂŒberwiegend unselbststĂ€ndig, 3 = unselbststĂ€ndig
- â Vorbereitung entscheidet: Wer den schlechtesten Tag schildert und ein Pflegetagebuch fĂŒhrt, bekommt den fairen Pflegegrad
- â PDF-Checkliste zum Ausdrucken und Vorbereiten â kostenlos zum Download
So lÀuft die Begutachtung ab
Der Gutachter vom Medizinischen Dienst kommt nach Hause (Dauer: ca. 60â90 Minuten) und prĂŒft die SelbststĂ€ndigkeit in 6 Lebensbereichen (Modulen). Er stellt Fragen, beobachtet und fĂŒhrt kurze Praxistests durch. Am Ende ergibt sich eine Punktzahl â und daraus der Pflegegrad:
| Pflegegrad | Punkte | BeeintrÀchtigung |
|---|---|---|
| PG 1 | 12,5 â 26,9 | Geringe |
| PG 2 | 27 â 47,4 | Erhebliche |
| PG 3 | 47,5 â 69,9 | Schwere |
| PG 4 | 70 â 89,9 | Schwerste |
| PG 5 | 90 â 100 | Schwerste mit besonderen Anforderungen |
Modul 1: MobilitÀt (10 % Gewichtung)
Der Gutachter prĂŒft, wie selbststĂ€ndig sich die Person bewegen kann. Jedes Kriterium wird mit 0â3 Punkten bewertet.
| # | Frage des Gutachters | Was er wirklich wissen will |
|---|---|---|
| 1.1 | âKönnen Sie sich im Bett umdrehen und aufsetzen?" | Positionswechsel: Drehen, Aufsetzen, an den Bettrand gelangen â allein oder nur mit Hilfe? |
| 1.2 | âKönnen Sie aufrecht sitzen, ohne sich festzuhalten?" | Stabile Sitzposition: Kippt die Person zur Seite? Braucht sie StĂŒtze? |
| 1.3 | âKönnen Sie vom Bett in einen Stuhl oder auf die Toilette wechseln?" | Umsetzen: Transfer zwischen Bett, Rollstuhl, Toilette â allein, mit Hilfe oder gar nicht? |
| 1.4 | âKönnen Sie sich in der Wohnung von Raum zu Raum bewegen?" | Fortbewegen: Zu FuĂ, mit Rollator, mit Rollstuhl? Braucht die Person Begleitung? |
| 1.5 | âKönnen Sie eine Treppe (Stockwerk) steigen?" | Treppensteigen: Allein, am GelĂ€nder, nur mit Hilfe oder gar nicht? |
â ïž HĂ€ufiger Fehler: âIch schaffe das schon"
Viele pflegebedĂŒrftige Menschen spielen ihre EinschrĂ€nkungen herunter â aus Stolz oder Gewohnheit. Sagen Sie nicht: âIch komme schon zurecht." Sagen Sie: âIch brauche Hilfe beim Aufstehen, und wenn niemand da ist, bleibe ich im Bett." Der Gutachter kann nur bewerten, was er hört und sieht.
Modul 2: Kognitive und kommunikative FĂ€higkeiten (15 %, kombiniert mit Modul 3)
| # | Frage des Gutachters | Was er wirklich wissen will |
|---|---|---|
| 2.1 | âErkennen Sie Ihre Familienangehörigen?" | Personen erkennen: WeiĂ die Person, wer vor ihr steht? |
| 2.2 | âWissen Sie, wo Sie sich gerade befinden?" | Ărtliche Orientierung: Eigene Wohnung? Stadt? Stockwerk? |
| 2.3 | âWelcher Tag ist heute? Welcher Monat? Welche Jahreszeit?" | Zeitliche Orientierung: Tageszeit, Wochentag, Monat, Jahr |
| 2.4 | âWas haben Sie heute Morgen gefrĂŒhstĂŒckt?" | Erinnern an wesentliche Ereignisse: KurzzeitgedĂ€chtnis |
| 2.5 | âKönnen Sie mir erklĂ€ren, wie Sie sich Kaffee machen?" | Steuern von Alltagshandlungen: Mehrstufige AblĂ€ufe planen |
| 2.6 | âWas wĂŒrden Sie anziehen, wenn es drauĂen regnet?" | Treffen von Entscheidungen: AlltĂ€gliche Wahlmöglichkeiten |
| 2.7 | âHaben Sie verstanden, warum ich heute hier bin?" | Verstehen von Sachverhalten: Kann die Person Informationen aufnehmen? |
| 2.8 | âWas tun Sie, wenn es an der TĂŒr klingelt und Sie niemanden erwarten?" | Erkennen von Risiken und Gefahren: Herd, Verkehr, Fremde |
| 2.9 | âKönnen Sie mir sagen, wenn Sie Schmerzen haben oder Hunger?" | Mitteilen elementarer BedĂŒrfnisse: Hunger, Durst, Schmerz |
| 2.10 | âKönnen Sie mir von Ihrem letzten Geburtstag erzĂ€hlen?" | Beteiligen an einem GesprĂ€ch: Dialog fĂŒhren, auf Fragen antworten |
Modul 3: Verhaltensweisen und psychische Problemlagen (15 %, kombiniert mit Modul 2)
Hier fragt der Gutachter meist die Angehörigen â nicht die betroffene Person selbst. Die Frage lautet immer: Wie hĂ€ufig tritt das Verhalten auf? (nie / selten / mehrmals wöchentlich / tĂ€glich)
| # | Frage an die Angehörigen | Beispiele |
|---|---|---|
| 3.1 | âZeigt Ihr Angehöriger motorische Unruhe?" | Zielloses Umherlaufen, Nesteln, Zupfen an Kleidung |
| 3.2 | âGibt es nĂ€chtliche Unruhe?" | Aufstehen nachts, Umherirren, Schreien, Licht anmachen |
| 3.3 | âGibt es selbstschĂ€digendes Verhalten?" | Sich kratzen bis es blutet, Essen verweigern, Medikamente ablehnen |
| 3.4 | âWerden GegenstĂ€nde beschĂ€digt?" | ZerreiĂen, Werfen, Zerstören von Dingen |
| 3.5 | âGibt es körperliche Aggression?" | Schlagen, Treten, BeiĂen gegenĂŒber Pflegepersonen |
| 3.6 | âGibt es verbale Aggression?" | Schreien, Beschimpfen, Drohen |
| 3.7 | âWerden PflegemaĂnahmen abgelehnt?" | Waschen verweigern, Medikamente ausspucken, Inkontinenzversorgung ablehnen |
| 3.8 | âGibt es Wahnvorstellungen oder Halluzinationen?" | Stimmen hören, Personen sehen, Verfolgungsideen |
| 3.9 | âGibt es ausgeprĂ€gte Ăngste?" | Angst vor dem Alleinsein, vor StĂŒrzen, vor Dunkelheit |
| 3.10 | âZeigt Ihr Angehöriger Antriebslosigkeit oder depressive Stimmung?" | RĂŒckzug, Apathie, Hoffnungslosigkeit, weint oft |
| 3.11 | âGibt es sozial unangemessenes Verhalten?" | Distanzlosigkeit, Entkleiden in Gesellschaft, unangemessene ĂuĂerungen |
đĄ NĂ€chtliche Unruhe nicht vergessen
NĂ€chtliche Unruhe (3.2) ist einer der am hĂ€ufigsten vergessenen Punkte. Wenn die pflegebedĂŒrftige Person 2â3Ă pro Woche nachts aufwacht und Hilfe braucht, bringt das erhebliche Punkte in Modul 3. Viele Angehörige erwĂ€hnen es nicht, weil es fĂŒr sie ânormal" geworden ist.
Pflegegrad vorhanden?
Dann stehen Ihnen bis zu 13 Std. monatliche Hilfe zu!
Hier geht es zum RechnerModul 4: Selbstversorgung (40 % Gewichtung) â Das wichtigste Modul
| # | Frage des Gutachters | Worauf es ankommt |
|---|---|---|
| Körperpflege | ||
| 4.1 | âKönnen Sie sich den Oberkörper alleine waschen?" | Vorderen Oberkörper: Gesicht, Hals, Arme, Achseln, Brust |
| 4.2 | âKönnen Sie sich kĂ€mmen und rasieren?" | Auch: Haare waschen, Frisur richten, Bart rasieren |
| 4.3 | âKönnen Sie Ihre ZĂ€hne alleine putzen?" | Mundpflege: ZĂ€hne, Zahnprothese, MundspĂŒlung |
| 4.4 | âKönnen Sie sich alleine duschen oder baden?" | Ganzkörperpflege: Duschen, Baden, Abtrocknen |
| 4.5 | âKönnen Sie sich den Intimbereich alleine waschen?" | Intimpflege: Unangenehm, aber entscheidend â ehrlich antworten |
| An- und Auskleiden | ||
| 4.6 | âKönnen Sie sich den Oberkörper alleine anziehen?" | Hemd, Pullover, BH â Knöpfe, ReiĂverschlĂŒsse |
| 4.7 | âKönnen Sie sich den Unterkörper alleine anziehen?" | Hose, Socken, Schuhe, KompressionsstrĂŒmpfe |
| ErnÀhrung | ||
| 4.8 | âKönnen Sie Ihr Essen mundgerecht zubereiten?" | Brot schmieren, Fleisch schneiden, Obst schĂ€len â nicht Kochen! |
| 4.9 | âKönnen Sie alleine essen?" | Besteck nutzen, zum Mund fĂŒhren, Kauen und Schlucken |
| 4.10 | âKönnen Sie alleine trinken?" | Glas halten, zum Mund fĂŒhren, ausreichend trinken |
| Ausscheidung | ||
| 4.11 | âKönnen Sie die Toilette alleine benutzen?" | Hinsetzen, Aufstehen, Kleidung öffnen/schlieĂen, reinigen |
| 4.12 | âGibt es Probleme mit der Harnkontinenz?" | Inkontinenz: HĂ€ufigkeit, Art (Drang, Belastung), Hilfsmittel |
| 4.13 | âGibt es Probleme mit der Stuhlkontinenz?" | Stuhlinkontinenz: HĂ€ufigkeit, Versorgung (Einlagen, Stoma) |
â ïž Inkontinenz nicht verschweigen
Inkontinenz ist das Thema, das am hĂ€ufigsten verschwiegen oder verharmlost wird â aus Scham. Aber Inkontinenzversorgung bringt erhebliche Punkte in Modul 4. Wenn regelmĂ€Ăig Einlagen gewechselt oder Kleidung gereinigt werden muss, gehört das in die Begutachtung.
Modul 5: BewÀltigung von krankheitsbedingten Anforderungen (20 %)
Hier zĂ€hlt die HĂ€ufigkeit von MaĂnahmen â je öfter, desto mehr Punkte:
| # | Frage des Gutachters | Worauf es ankommt |
|---|---|---|
| 5.1 | âWelche Medikamente werden genommen und wie oft?" | Richten, Einteilen, Einnehmen â Tabletten, Tropfen, Insulin, Spritzen |
| 5.2 | âGibt es regelmĂ€Ăige Verbandswechsel?" | Wundversorgung, Dekubitus-Pflege, KompressionsverbĂ€nde |
| 5.3 | âWie oft gehen Sie zum Arzt?" | RegelmĂ€Ăige Arztbesuche, Begleitung nötig? Wie viele Ărzte? |
| 5.4 | âGibt es Therapien zu Hause?" | Physiotherapie, Ergotherapie, LogopĂ€die â wie oft pro Woche? |
| 5.5 | âMĂŒssen KompressionsstrĂŒmpfe an- und ausgezogen werden?" | Oft vergessen â bringt regelmĂ€Ăige Punkte (2Ă tĂ€glich = erheblich) |
| 5.6 | âGibt es besondere ErnĂ€hrungsanforderungen?" | DiĂ€t (Diabetes), FlĂŒssigkeitskontrolle, Sondenkost |
| 5.7 | âWerden Blutzucker, Blutdruck oder andere Werte kontrolliert?" | Selbstmessung oder Hilfe nötig? Wie oft? |
Modul 6: Gestaltung des Alltagslebens und sozialer Kontakte (15 %)
| # | Frage des Gutachters | Worauf es ankommt |
|---|---|---|
| 6.1 | âWie sieht ein typischer Tag bei Ihnen aus?" | Gestaltung des Tagesablaufs: Gibt es Struktur oder verbringt die Person den Tag im Bett/Sessel? |
| 6.2 | âKönnen Sie selbststĂ€ndig zu Bett gehen und aufstehen?" | Ruhen und Schlafen: Schlaf-Wach-Rhythmus, nĂ€chtliche UnterstĂŒtzung |
| 6.3 | âWie beschĂ€ftigen Sie sich tagsĂŒber?" | Sich beschĂ€ftigen: Findet die Person selbst BeschĂ€ftigung oder braucht sie Anregung? |
| 6.4 | âKönnen Sie noch selbst planen â z. B. einen Arzttermin?" | Zukunftsplanung: Termine, Finanzen, gröĂere Entscheidungen |
| 6.5 | âHaben Sie noch regelmĂ€Ăig Kontakt zu anderen Menschen?" | Interaktion mit Personen: Kontakte im direkten Umfeld |
| 6.6 | âKönnen Sie das Haus verlassen und Freunde besuchen?" | Kontaktpflege auĂerhalb: Kann die Person soziale Kontakte auĂerhalb pflegen? |
7 Tipps fĂŒr die Begutachtung
- 1Den schlechtesten Tag schildern: Nicht den Tag, an dem es zufĂ€llig gut lĂ€uft. Der Gutachter sieht einen Moment â Sie leben den Alltag.
- 2Pflegetagebuch fĂŒhren: 2â4 Wochen lang dokumentieren, was alleine geht und wo Hilfe nötig ist. Das PDF zum Herunterladen hilft dabei.
- 3Angehörige mĂŒssen dabei sein: Sie kennen den Alltag besser als der PflegebedĂŒrftige selbst â und korrigieren Verharmlosungen.
- 4Arztberichte bereitlegen: Diagnosen, Medikamentenlisten, Therapieberichte â alles, was den Pflegebedarf belegt.
- 5Nicht aufrĂ€umen: Zeigen Sie den Alltag, wie er wirklich ist â nicht die Sonntagsversion.
- 6Nachts und psychische Belastung erwĂ€hnen: Schlafstörungen, nĂ€chtliche Unruhe, Depression â wird am hĂ€ufigsten vergessen.
- 7Bei zu niedrigem Ergebnis: Widerspruch innerhalb von 4 Wochen. Gutachten anfordern und Modul fĂŒr Modul prĂŒfen.
đĄ Vorab einschĂ€tzen
Mit dem Pflegegradrechner können Sie vorab einschÀtzen, welcher Pflegegrad wahrscheinlich ist. Wer Hilfe beim Antrag braucht, findet bei Afilio eine kostenlose Anleitung.
So hilft JUHI nach dem Pflegegrad
Sobald der Pflegegrad steht, können Sie sofort professionelle Hilfe im Alltag und Haushalt in Anspruch nehmen. Bei JUHI sind wir seit ĂŒber 8 Jahren von allen Pflegekassen anerkannt â bundesweit in ĂŒber 30 StĂ€dten, darunter Berlin, Köln, Augsburg und Leipzig. Das sind bei JUHI bis zu 13 volle Stunden Hilfe pro Monat â Fenster putzen, Saugen, Einkaufen, Gardinen aufhĂ€ngen, Begleitung und Gesellschaft. Unser Stundensatz betrĂ€gt 32,75 âŹ* inkl. sĂ€mtlicher Kosten. Bei gesetzlicher Versicherung entstehen keine Eigenkosten.
Eine kurze Anfrage genĂŒgt, und wir klĂ€ren telefonisch, welche Stunden Ihnen ĂŒber die Pflegekasse zustehen. Ihren genauen Stundenanspruch können Sie vorab im JUHI-Rechner berechnen.
HĂ€ufig gestellte Fragen
Wie lange dauert die Begutachtung?+
In der Regel 60â90 Minuten. Der Gutachter geht alle 6 Module durch, stellt Fragen, beobachtet und fĂŒhrt kurze Tests durch. Nehmen Sie sich genug Zeit und lassen Sie sich nicht hetzen.
Welches Modul ist am wichtigsten?+
Modul 4 (Selbstversorgung) mit 40 % Gewichtung. Alles rund um Waschen, Anziehen, Essen und Toilette zĂ€hlt am meisten. Danach Modul 5 (Krankheit) mit 20 % â Medikamente, Therapien und Arztbesuche.
Muss ich die Fragen auswendig kennen?+
Nein. Der Gutachter fĂŒhrt das GesprĂ€ch. Aber wenn Sie die Fragen kennen, können Sie sich gezielt vorbereiten â und nichts vergessen. Nutzen Sie die PDF-Checkliste zum Ausdrucken.
Was passiert, wenn der Pflegegrad abgelehnt wird?+
Widerspruch einlegen â innerhalb von 4 Wochen, per Brief an die Pflegekasse. Gutachten anfordern und Modul fĂŒr Modul mit dem tatsĂ€chlichen Alltag vergleichen. Rund ein Drittel aller WidersprĂŒche ist erfolgreich.
Darf der Gutachter in mein Schlafzimmer?+
Nein, der Gutachter hat kein Durchsuchungsrecht. Er darf sich aber die Wohnsituation anschauen â Badezimmer, Hilfsmittel, Treppen. Das hilft bei der EinschĂ€tzung. Sie dĂŒrfen jederzeit RĂ€ume ausschlieĂen.
Kann ich die Begutachtung verschieben?+
Ja. Wenn der angekĂŒndigte Termin ungĂŒnstig ist (z. B. kein Angehöriger anwesend), können Sie beim Medizinischen Dienst anrufen und verschieben. Das ist Ihr gutes Recht und verzögert das Verfahren nur minimal.
Quellen
- § 15 SGB XI â Ermittlung des Grades der PflegebedĂŒrftigkeit
- § 14 SGB XI â Begriff der PflegebedĂŒrftigkeit
- Medizinischer Dienst â Pflegebegutachtung
- Medizinischer Dienst â Begutachtungsrichtlinien (BRi)
- Bundesministerium fĂŒr Gesundheit â PflegebedĂŒrftigkeit
- GKV-Spitzenverband â Pflegeleistungen
- Verbraucherzentrale â Pflege zu Hause: Leistungen im Ăberblick
- Bekanntmachung der ab 1.1.2025 geltenden LeistungsbetrÀge
*In bestimmten BundeslÀndern ist der Preis etwas niedriger.
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