Schlaganfall und Pflegegrad
Pflegegrad nach Schlaganfall – warum der Zeitpunkt alles verändert
Ein Schlaganfall ist die einzige der großen Pflegediagnosen, bei der es den Betroffenen über Monate hinweg besser geht. Demenz schreitet fort, COPD schreitet fort, eine Makuladegeneration auch. Nach einem Schlaganfall dagegen arbeiten Reha, Logopädie und Physiotherapie genau daran, den Hilfebedarf zu verkleinern – und das gelingt oft erstaunlich gut.
Für den Pflegegrad hat das eine Konsequenz, die kaum jemand ausspricht: Der Pflegegrad, den Sie in den ersten Monaten nach dem Schlaganfall bekommen, ist in der Regel der höchste, den Sie jemals bekommen werden. Wer wartet, bis sich alles „gesetzt" hat, lässt genau die Phase verstreichen, in der der Hilfebedarf am größten und damit am besten belegbar ist.
Daraus folgt kein Trick, sondern eine Reihenfolge: Antrag früh stellen, Hilfebedarf ehrlich und vollständig dokumentieren, und wissen, dass eine Wiederholungsbegutachtung kommen wird. Sie ist kein Misstrauen gegen Sie, sondern im Gesetz ausdrücklich für die Zeit nach Operation und Rehabilitation vorgesehen.
Diese Seite zeigt, wann der Antrag gestellt gehört, in welchen Modulen die Punkte nach einem Schlaganfall tatsächlich entstehen – und welche drei Folgen im Gutachten fast immer untergehen. Ab Pflegegrad 2 ist die Hilfe von JUHI für Sie kostenfrei, wir rechnen direkt mit Ihrer Pflegekasse ab.
Was JUHI nicht macht
Wir sind Haushalts- und Alltagshilfe. Logopädie, Ergo- und Physiotherapie sind Heilmittel und werden ärztlich verordnet; Medikamentengabe, Blutdruckkontrolle und Wundversorgung gehören zur Behandlungspflege und damit zu einem Pflegedienst. Haushalt, Einkauf, Kochen, Begleitung und Gesellschaft übernehmen wir – parallel zu allem anderen.
Der entscheidende Unterschied
Drei Phasen – und nur eine davon ist der richtige Moment
Zwischen Notaufnahme und dem ersten Alltag zu Hause liegen meist drei bis zwölf Wochen. In dieser Zeit verändert sich der Hilfebedarf schneller als bei jeder anderen Erkrankung, und genau deshalb ist der Antragszeitpunkt hier keine Formalie.
Phase 1
Akutklinik, Stroke Unit
Tage bis zwei Wochen. Alles dreht sich um Diagnostik und Stabilisierung. An Pflegegrad denkt hier niemand – verständlich, aber der Sozialdienst der Klinik kann den Antrag bereits anstoßen.
Phase 2
Rehabilitation
Drei bis sechs Wochen, meist stationär. Der Hilfebedarf ist dokumentiert, Therapeuten können ihn bestätigen, und der Medizinische Dienst muss hier binnen einer Woche begutachten.
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Phase 3
Zu Hause
Ab Entlassung. Die Familie merkt erst jetzt, was alles nicht mehr geht – aber die Besserung hat längst eingesetzt, und der Antrag trifft auf eine bessere Verfassung als vier Wochen zuvor.
Eine Woche statt fünf: die verkürzte Frist in der Reha
Normalerweise hat die Pflegekasse 25 Arbeitstage Zeit, über einen Antrag zu entscheiden. Befinden Sie sich im Krankenhaus oder in einer Rehabilitationseinrichtung, verkürzt sich diese Frist auf eine Woche – vorausgesetzt, die Begutachtung ist nötig, um die Anschlussversorgung sicherzustellen, oder es wurde Pflegezeit angekündigt beziehungsweise Familienpflegezeit vereinbart.
Das ist einer der wenigen Punkte im Pflegerecht, bei denen Tempo tatsächlich belohnt wird. Hält die Kasse die Frist nicht ein, schuldet sie 70 € für jede begonnene Woche Verspätung, und zwar unaufgefordert – Sie müssen das Geld nicht einfordern.
Die Wiederholungsbegutachtung kommt – und das ist kein Grund zu warten
Das Gesetz sieht ausdrücklich vor, dass dort erneut begutachtet wird, wo mit einer Verringerung des Hilfebedarfs zu rechnen ist – etwa nach einer Operation oder einer Rehabilitation. Nach einem Schlaganfall ist eine Wiederholungsbegutachtung also die Regel, nicht die Ausnahme, und der erste Bescheid trägt meist ein Datum für die Nachprüfung.
Manche Angehörige schließen daraus, man solle besser gleich abwarten. Das Gegenteil ist richtig: Ein später gestellter Antrag wird nicht dauerhafter, er wird nur niedriger.
Wenn zwischen Klinik und Zuhause eine Lücke entsteht, ist die Kurzzeitpflege nach dem Krankenhausaufenthalt der übliche Weg – sie ist auch ohne Pflegegrad möglich und überbrückt die Wochen, bis die Wohnung angepasst und die Hilfe organisiert ist.
Einstufung
Welcher Pflegegrad nach einem Schlaganfall realistisch ist
Der Pflegegrad ergibt sich aus sechs Modulen mit zusammen maximal 100 Punkten. Pflegegrad 1 beginnt bei 12,5 Punkten, Pflegegrad 2 bei 27, Pflegegrad 3 bei 47,5, Pflegegrad 4 bei 70 und Pflegegrad 5 bei 90. Module 2 und 3 werden dabei nicht addiert – es zählt nur das höhere der beiden Ergebnisse.
Der Schlaganfall unterscheidet sich von fast allen anderen Krankheitsbildern durch eine Besonderheit: Hier bringt Modul 1 tatsächlich Punkte. Bei Demenz, Depression oder Sehverlust bleibt die Mobilität lange intakt und das Modul liefert eine Null. Eine Halbseitenlähmung dagegen schlägt sofort und sichtbar durch – beim Aufstehen, beim Umsetzen, beim Treppensteigen.
Modul 1 – Mobilität (10 %)
Positionswechsel im Bett, Halten einer stabilen Sitzposition, Umsetzen, Fortbewegen in der Wohnung, Treppensteigen. Bei Hemiparese das Modul mit den sichersten Punkten.
Modul 2 – Kognition (15 %)
Orientierung, Erinnern, Entscheiden, Gespräche führen. Nur hier zählen Sprachstörungen – und zwar ausschließlich in den letzten drei Kriterien. Dazu unten mehr.
Modul 3 – Verhalten (15 %)
Nächtliche Unruhe, Aggression, Antriebslosigkeit, depressive Stimmung. Nach einem Schlaganfall häufiger als erwartet – zählt aber nur, wenn es höher liegt als Modul 2.
Modul 4 – Selbstversorgung (40 %)
Waschen, Anziehen, Essen, Toilette. Das mit Abstand schwerste Modul – und bei einseitiger Lähmung, Schluckstörung oder Neglect die eigentliche Punktequelle.
Modul 5 – Therapiebedingtes (20 %)
Medikamente, Blutdruckmessung, Verbände, Arzt- und Therapiebesuche. Nach einem Schlaganfall laufen oft drei Therapien parallel – jede davon zählt einzeln.
Modul 6 – Alltag & Kontakte (15 %)
Tagesablauf gestalten, Kontakte pflegen, Ruhen und Schlafen einteilen. Bei Fatigue und sozialem Rückzug deutlich relevanter, als die meisten angeben.
Pflegegrad nach einem leichten Schlaganfall
„Leicht“ ist ein Wort aus dem Arztbrief, kein Begriff der Begutachtung. Entscheidend ist nicht, wie groß der Infarkt war, sondern wofür jemand im Alltag eine andere Person braucht. Ein kleiner Infarkt im Sprachzentrum kann mehr Punkte bringen als ein großer in einem stummen Areal.
Realistisch ist nach einem leichten Schlaganfall mit guter Rückbildung meist Pflegegrad 1 oder 2. Das klingt wenig, ist aber keineswegs wertlos: Pflegegrad 1 bringt bereits den Entlastungsbetrag, den Zuschuss für die Wohnungsanpassung und den Anspruch auf Pflegehilfsmittel. Wer mit einer TIA oder einer weitgehend zurückgebildeten Schwäche gar keinen Antrag stellt, verschenkt das.
Wer vorher ungefähr wissen will, wo er landet, kann das mit unserem Pflegegradrechner durchspielen. Wie ein realer Fall in Punkten aussieht, zeigt unser Fallbeispiel zu Pflegegrad 4.
Was im Gutachten untergeht
Drei Folgen, die fast nie auf dem Bogen landen
Eine Halbseitenlähmung sieht der Gutachter sofort. Sie steht im Arztbrief, sie ist beim Aufstehen sichtbar, sie wird zuverlässig erfasst. Die drei folgenden Schlaganfallfolgen dagegen sind unsichtbar, schwer zu schildern – und kosten regelmäßig einen halben Pflegegrad.
Zeit lassen statt Sätze beenden: Wer die Worte vorsagt, nimmt dem Gutachter die Einschränkung aus dem Blick.
Aphasie – die Sprachstörung
Betroffene verstehen, was gemeint ist, finden aber die Worte nicht, verwechseln sie oder bringen den Satz nicht zu Ende. Im Termin wird das doppelt gefährlich: Angehörige antworten reflexhaft an ihrer Stelle, und der Gutachter notiert ein reibungsloses Gespräch. Lassen Sie Ihren Angehörigen selbst sprechen, auch wenn es zäh wird – genau diese Zähigkeit ist der Befund.
Modul 2
Kriterien 4.2.9–4.2.11
Neglect – die vergessene Körperhälfte
Eine Hälfte des Raums existiert nicht mehr. Der Teller wird nur links leer gegessen, eine Körperseite bleibt ungewaschen, der Türrahmen rechts wird gestreift. Das ist keine Nachlässigkeit und keine Sehstörung, sondern eine Wahrnehmungsstörung – und sie bedeutet, dass bei Körperpflege und Mahlzeiten jemand danebenstehen und nachhelfen muss.
Modul 4
und Kriterium 4.2.8
Fatigue – die Erschöpfung nach dem Schlaganfall
Nicht Müdigkeit, sondern ein Akku, der nach zwanzig Minuten leer ist und sich durch Schlaf nicht auffüllt. Der Vormittag funktioniert, am Nachmittag geht nichts mehr. Wer den Begutachtungstermin auf 9 Uhr legt, zeigt die beste Stunde des Tages – und bekommt die Einstufung für diese Stunde.
Modul 6
Tagesgestaltung
Ein praktischer Rat, der mehr bringt als jedes Attest: Legen Sie den Termin auf den Nachmittag. Der Medizinische Dienst beurteilt den Zustand, den er vorfindet. Bei Fatigue ist das um 9 Uhr ein anderer Mensch als um 15 Uhr – und der Nachmittag ist der ehrlichere von beiden.
Dazu kommt, was Angehörige am meisten belastet und am seltensten erwähnen: Reizbarkeit, Weinen ohne Anlass, Teilnahmslosigkeit. Diese psychischen Veränderungen sind nach einem Schlaganfall häufig und gehören in Modul 3 – auch wenn sie sich anfühlen wie etwas, worüber man nicht spricht.
Der häufigste Fehler
Aphasie zählt – aber nur an drei Stellen im Bogen
Modul 2 besteht aus elf Kriterien, und sie zerfallen in zwei sehr unterschiedliche Gruppen. Diesen Unterschied kennen die wenigsten Antragsteller, und er entscheidet darüber, ob eine Aphasie Punkte bringt oder nicht.
Kriterien 4.2.1 – 4.2.8
Nur kognitive Funktionen
Personen erkennen, sich örtlich und zeitlich orientieren, Erinnerungen abrufen, Handlungen steuern, Entscheidungen treffen, Sachverhalte verstehen, Risiken erkennen. Bewertet wird allein, ob der Kopf das leistet – eine Sprachstörung ändert hier nichts.
Kriterien 4.2.9 – 4.2.11
Hier zählt die Sprache mit
Mitteilen elementarer Bedürfnisse, Verstehen von Aufforderungen, Beteiligen an einem Gespräch. Für diese drei Kriterien schreibt die Begutachtungsrichtlinie ausdrücklich vor, auch die Auswirkungen von Hör-, Sprech- oder Sprachstörungen zu berücksichtigen.
Hier liegt die Aphasie
Die Folge
Modul 2 allein reicht selten
Drei von elf Kriterien ergeben auch im schlechtesten Fall keine große Punktzahl, und Modul 2 wiegt ohnehin nur 15 Prozent. Die Aphasie lohnt sich deshalb vor allem dort, wo sie den Alltag mitbestimmt – in Modul 4 und 6.
Für die Dokumentation heißt das sehr konkret: Zwei dieser drei Kriterien nennen Hilfsmittel und Ersatzwege ausdrücklich. Wer sich nur noch über Laute, Mimik, Gestik oder eine Kommunikationstafel verständlich machen kann, erfüllt das Kriterium nicht selbstständig – auch wenn am Ende alle verstehen, was gemeint war. Und für das Beteiligen an einem Gespräch ist festgehalten, dass Wortfindungsstörungen regelmäßig auftreten können; sie sind also kein Randphänomen, sondern Teil der Bewertung.
Der Umkehrschluss, der Anträge kostet
Weil die ersten acht Kriterien ausschließlich kognitive Funktionen betreffen, führt das Argument „er versteht mich nicht mehr richtig" bei reiner Sprachstörung ins Leere. Wer im Termin darauf besteht, der Angehörige sei „verwirrt", obwohl er nur die Worte nicht findet, verliert an Glaubwürdigkeit – und der Gutachter prüft den Rest des Bogens dann kritischer.
Besser ist die saubere Trennung: Die Sprache ist gestört, das Denken nicht. Dafür ist jede Verrichtung, bei der Absprache nötig ist, langsamer und braucht eine Person, die wartet, nachfragt und übersetzt.
Wo die Punkte wirklich entstehen: Modul 4
Vierzig Prozent der Gesamtpunkte liegen in der Selbstversorgung, und nach einem Schlaganfall ist dieses Modul fast immer das wichtigste. Entscheidend ist hier nicht die Diagnose, sondern die Frage, ob eine Verrichtung mit einer Hand, im Sitzen und ohne Kontrolle der betroffenen Seite gelingt.
Waschen und Duschen
Den Rücken, die gelähmte Seite und die Achselhöhle der gesunden Seite erreicht niemand einhändig. Auch das Abtrocknen zwischen den Zehen und das Eincremen der gefährdeten Hautstellen zählt hierher.
An- und Auskleiden
Knöpfe, Reißverschlüsse, BH-Verschluss, Strümpfe, Schuhe binden – einhändig scheitert das an den meisten Kleidungsstücken. Dass jemand Klettverschlüsse trägt, ist Anpassung, nicht Selbstständigkeit.
Essen und Trinken
Schneiden braucht zwei Hände. Bei Schluckstörung kommt das Anreichen in kleinen Portionen, das Andicken von Getränken und die Aufsicht während der ganzen Mahlzeit dazu – jedes Mal, nicht gelegentlich.
Toilettenbenutzung
Hinsetzen, Aufstehen, Kleidung richten, Intimhygiene. Nach einem Schlaganfall oft der Punkt, der am meisten Überwindung kostet, ihn überhaupt anzusprechen – und zugleich der mit dem höchsten Gewicht.
Dazu kommt Modul 5: Blutdrucksenker, Gerinnungshemmer, Statine, dazu Logopädie, Ergo- und Physiotherapie. Jede Maßnahme ist auch einzeln zu berücksichtigen, und gezählt wird der Durchschnitt pro Tag. Drei Therapietermine pro Woche und eine zweimal tägliche Medikamentengabe summieren sich schneller, als es auf dem Papier aussieht – die genauen Fragen dazu stehen im Fragenkatalog zur Pflegebegutachtung.
Die Begutachtung
So bereiten Sie den Termin vor
Nach einem Schlaganfall liegt zwischen Antrag und Termin oft nur eine Woche. Diese Vorbereitung ist deshalb kompakter als bei chronischen Erkrankungen – dafür zählt jeder Punkt doppelt.
Stellen Sie den Antrag aus der Klinik heraus
Ein formloser Anruf bei der Pflegekasse genügt, das Datum zählt. Der Sozialdienst der Klinik oder der Reha hilft dabei und kennt die verkürzte Frist – nutzen Sie beides, solange Sie noch dort sind.
Sammeln Sie die Therapieberichte ein
Entlassungsbrief, Reha-Abschlussbericht, Befunde von Logopädie, Ergo- und Physiotherapie. Therapeuten beschreiben den Hilfebedarf in Alltagsbegriffen – genau das, was der Bogen abfragt.
Legen Sie den Termin auf den Nachmittag
Bei Fatigue ist das der entscheidende Hebel. Fragen Sie beim Medizinischen Dienst danach und begründen Sie es; eine Uhrzeit lässt sich fast immer verschieben.
Lassen Sie den Betroffenen selbst antworten
Der häufigste und teuerste Fehler bei Aphasie: Angehörige springen ein und vervollständigen die Sätze. Warten Sie ab. Ergänzen Sie erst danach, was gefehlt hat.
Notieren Sie Neglect und Schluckstörung ausdrücklich
Beides steht selten im Arztbrief und ist im Gespräch unsichtbar. Schildern Sie es an einem Beispiel: der halb leer gegessene Teller, die ungewaschene Seite, das Husten beim Trinken.
Bei Ablehnung: Widerspruch innerhalb eines Monats
Fordern Sie das vollständige Gutachten an und prüfen Sie Modul 4 und 6 Zeile für Zeile. Ein begründeter Widerspruch beim Pflegegrad hat nach einem Schlaganfall gute Aussichten, weil Aphasie und Fatigue im Erstgutachten regelmäßig zu niedrig bewertet werden.
Wie der Pflegegrad beantragt wird, steht bei uns Schritt für Schritt. Wenn die Reha eine Begleitperson erfordert, lohnt sich vorab der Blick auf die Regeln zur Begleitperson bei Pflegegrad 3. Unabhängig vom Pflegegrad lohnt sich parallel der Antrag beim Versorgungsamt – welche Vorteile ein Schwerbehindertenausweis bringt und welche Merkzeichen nach einer Halbseitenlähmung in Frage kommen, steht gesondert bei uns.
Finanzierung
Was die Pflegekasse übernimmt
Steht der Pflegegrad, ist die Hilfe von JUHI ab Grad 2 für Sie kostenfrei – wir rechnen direkt mit Ihrer Pflegekasse ab, Sie strecken nichts vor.
| Pflegegrad |
Pflegegeld |
Pflegesachleistungen |
Entlastungsbetrag |
| Pflegegrad 1 | – | – | 131 € |
| Pflegegrad 2 | 347 € | 796 € | 131 € |
| Pflegegrad 3 | 599 € | 1.497 € | 131 € |
| Pflegegrad 4 | 800 € | 1.859 € | 131 € |
| Pflegegrad 5 | 990 € | 2.299 € | 131 € |
Beträge pro Monat, Stand 2026. Nach einem schweren Schlaganfall sind Pflegegrad 4 und 5 keine Seltenheit – anders als bei den meisten anderen Krankheitsbildern.
Entlastungsbetrag (131 €/Monat)
Schon ab Pflegegrad 1, ohne gesonderten Antrag. Der Entlastungsbetrag ist nach einem leichten Schlaganfall oft die einzige Leistung – und immerhin vier volle Stunden Hilfe im Monat.
Verhinderungs- & Kurzzeitpflege (3.539 €/Jahr, ab Pflegegrad 2)
Ein gemeinsamer Jahresbetrag aus Verhinderungspflege und Kurzzeitpflege, frei aufteilbar. Gerade im ersten Jahr nach dem Schlaganfall die wichtigste Reserve, weil der Bedarf stark schwankt.
Wohnumfeld anpassen (bis 4.000 € je Maßnahme)
Nach einem Schlaganfall meist die dringendste Leistung: bodengleiche Dusche, Haltegriffe, Rampe, Treppenlift. Wie oft Sie den Zuschuss der Pflegekasse erhalten, steht gesondert bei uns – wichtig ist, ihn vor dem Umbau zu beantragen.
Ab 2027: Sozialraumbudget (175 €/Monat, ab Pflegegrad 2)
Mit der Pflegereform löst das Sozialraumbudget den Entlastungsbetrag ab – bei JUHI 5 volle Stunden. JUHI darf diese Leistung erbringen und direkt mit Ihrer Pflegekasse abrechnen. Pflegegrad 1 erhält kein Sozialraumbudget.
Reform zum 1. Januar 2027 – warum ein Schlaganfall besonders drängt
Das Bundeskabinett hat am 30. September 2026 den Entwurf des Pflegeneuordnungsgesetzes beschlossen. Bundestag und Bundesrat haben noch nicht zugestimmt, der Inhalt kann sich also noch ändern. Vorgesehen ist, dass die Punktgrenzen steigen: Pflegegrad 1 künftig ab 15, Pflegegrad 2 ab 30 Punkten.
Für bereits anerkannte Pflegegrade ist Bestandsschutz vorgesehen, und maßgeblich soll das Recht zum Zeitpunkt der Antragstellung sein. Nach einem Schlaganfall fallen damit zwei Gründe zusammen, nicht zu warten: der Hilfebedarf ist jetzt am höchsten, und die Schwellen sind jetzt am niedrigsten.
So läuft es ab
Hilfe, die wieder abgeben kann
Nach einem Schlaganfall gilt eine Regel, die sonst nirgends gilt: Wir nehmen nichts dauerhaft ab, was zurückkommen kann. Rehabilitation lebt davon, dass die betroffene Seite benutzt wird – wer einem Betroffenen jeden Handgriff abnimmt, ist freundlich und bremst die Erholung. Deshalb halten wir die Schüssel fest, statt selbst zu rühren, und reichen die Tasse an, statt sie hinzustellen.
Festhalten statt übernehmen: Die gesunde Hand arbeitet, die zweite Hand kommt von außen.
Haushalt ohne Stolperfallen
Saugen, Wischen, Bad, Wäsche – und beim Aufräumen achten wir auf freie Wege, feste Teppichkanten und erreichbare Höhen auf beiden Seiten.
Kochen mit einer Hand
Vorbereitet wird, was zwei Hände braucht – geschnitten, geöffnet, abgegossen. Gerührt, gewürzt und abgeschmeckt wird gemeinsam.
Einkauf und Besorgungen
Gemeinsam oder stellvertretend, inklusive Apotheke und Rezepten. Die Einkaufshilfe lässt sich auch einzeln buchen.
Begleitung zu Therapien
Logopädie, Ergotherapie, Physiotherapie, Kontrolltermine. Drei Termine pro Woche sind nach einem Schlaganfall normal – und für Angehörige im Berufsleben kaum zu stemmen.
Papierkram und Anträge
Bescheide sortieren, Fristen im Blick behalten, Unterlagen für die Wiederholungsbegutachtung zusammenlegen. Vieles davon kommt nach einem Schlaganfall auf einmal.
Gespräch ohne Zeitdruck
Bei Aphasie das Wertvollste überhaupt: jemand, der wartet, nicht vorsagt und nicht so tut, als hätte er verstanden. Das ist Teil der Betreuung.
Jeder Einsatz dauert mindestens 2 Stunden, und Sie bekommen immer dieselbe Person – nach einem Schlaganfall wichtiger als sonst, weil eingespielte Verständigung Zeit braucht. Neben Haushaltshilfe und Alltagshilfe übernehmen wir auf Wunsch die reine Anwesenheit. Wer selbst hilft, sollte die eigenen Ansprüche kennen: Pflegende Angehörige lassen Rentenpunkte und Pflegeunterstützungsgeld regelmäßig liegen.
Kosten & Vorteile
Was kostet die Hilfe nach einem Schlaganfall?
32,75 € / Stunde
Volle 60 Minuten – vollständig von der Pflegekasse übernommen ab Pflegegrad 2. Ambulante Pflegedienste verlangen häufig über 50 € und zählen dabei nur 45 Minuten als Stunde, deutlich mehr also, als eine Haushaltshilfe auf dem freien Markt kostet.
Keine Kosten für Sie – direkte Abrechnung mit Ihrer Pflegekasse.
Ihre Vorteile mit JUHI:
Keine Kosten für Sie: Die Pflegekasse trägt alles, wenn Pflegegrad 2 oder höher vorliegt und Sie gesetzlich versichert sind.
Schnell verfügbar: Meist innerhalb weniger Tage – wichtig, wenn die Entlassung aus der Reha näher rückt.
Immer dieselbe Person: Bei Sprachstörungen entscheidend – Verständigung wächst mit der Vertrautheit.
Wir bremsen die Reha nicht: Unterstützen statt abnehmen – was selbst geht, bleibt bei Ihnen.
Auch 2027 für Sie da: Als anerkannter Anbieter dürfen wir das Sozialraumbudget erbringen und abrechnen.
Nachweislich gut: Berliner Unternehmerpreis 2025 und über 8.000 zufriedene Kunden deutschlandweit.
JUHI ist in über 40 Städten deutschlandweit aktiv – finden Sie Ihre Haushaltshilfe in der Nähe.